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Seite XIV. Ueber die kleinste Ablenkung im Prisma; von F. W. Berg 651 XV. Ueber das elektrische Leitungsvermögen des Braunsteins und

der Kohle; von W. Beetz ........... 653 XVI. Entgegnung auf den Artikel des Hrn. Holtz bezüglich Elek

tromaschinen von Ebonit; von J. C. Schlösser . . . . 656 XVII. Nachschrift zu dem Aufsatz von A. Kundt ...... 660

(Geschlossen am 31. Juli 1876.)

Nachweis zu den Figurentafeln.

Taf. I. – Elihu Root, Fig. 1, S. 4; Fig. 2, S. 6; Fig. 3, S. 7; Fig. 4,

Taf. II. -*G. W: 10; Fig. 6, $. 12. 4; Fig. 2, S. 6; line.

218; Fig. 3 u. 4.

Fig. 8, s. 996, S. 221; Fig. 6, S. 2016.

Taf. II. – G. Wiedemann, Fig. 1, S. 38; Fig. 2, S. 41; Fig. 3, s. 70;

Fig. 4, S. 252; Fig. 5, S. 253; Fig. 6, S. 254. Die Curven S. 51. Taf. III. – Zöllner, Fig. 1 u. 2, s. 117. - Silow, Fig. 3 u. 4, S. 309;

– Peters, Fig. 5 bis 15, S. 175. – Sonreck, Fig. 16, S. 144.

Fig. 17, S. 146.
Taf. IV. - Groth, Fig. 1, S. 217; Fig. 2, S. 218; Fig. 3 u. 4, S. 220;

Fig. 5 a bis 5e, S. 221; Fig. 6, S. 221; Fig. 7, S. 223. -- Bodewig
Fig. 8, S. 236; Fig. 9 u. 10, S. 237; Fig. 11, S. 239; Fig. 12 u. 13,
S. 240; Fig. 14, S. 141; Fig. 15, S. 244. – Arzuni, Fig. 16 u. 17,

S. 249; Fig. 18, S. 250.
Taf. V. - G. vom Rath, Fig. 1 bis 22, S. 425.
Taf. VI. – Zöllner, Fig. 1 bis 4, S. 500 u. 501.
Taf. VII. – Zöllner, Fig. 1 u. 2, s. 504 u. 505; Fig. 3, S. 507; Fig. 4,

S. 510; Fig. 5, S. 512; Fig. 6, S. 513; Fig. 7, S. 516; Fig. 8, S. 517;

Fig. 9, S. 518; Fig. 10, S. 519. Taf. VIII. – S. v. Wroblewski, Fig. 1, s. 543. – Nebenfigur S. 546.

- A. Kandt, Fig. 2, S. 570. – W. v. Bezold, Fig. 3, S. 607.

Berichtigungen zur Abhandlung im Bd. 158: „Ueber die specifische Wärme des Cers,

Lanthans und Didyms“ von Dr. W. F. Hillebrand.

S. 75 Z. 4 v. 0. lies: 0,04657 statt: 0,04557
S. 75 Z. 1 v. u. lies: 1,0460 statt: 1,0640
S. 76 Z. 2 v. 0. lies: 0,0044 Grm. Eisenoxyd und 0,0019 Grm. Thon-

erde statt: 0,0044 Grm. Thonerde
S. 78 Z. 10 v, u, lies: 6,049 statt: 4,049
S. 81 Z. 10 v. 0. lies: 1,0280 statt: 1,0180
S. 84 Z. 5 v. u. lies: 99° 93 statt: 94° 83
S. 85 Z. 4 v. 0. lies: 0,9768 statt: 0,8768

N 5.

ANNA LEN
DER PHYSIK UND CHEMIE.

BAND CLVIII.

1. Zur Kenntniss der dielektrischen Polarisation; von Dr. Elihu Root aus Massachusetts.

(Auszug aus seiner Dissertation (Berlin 1876)).

Faraday's Theorie der Elektricität.

§. 1.

In seinen unsterblichen Experimental-Untersuchungen hat Faraday eine höchst merkwürdige Theorie der Elektricität aufgestellt.

Die wesentlichsten Punkte dieser Theorie lassen sich in den folgenden kurzen Sätzen zusammenstellen:

Die Rolle eines ersten, wesentlichen, fundamentalen, elektrischen Princips') spiele eine eigenthümliche, dielektriscbe Polarisation; das Substratum dieser Polarisation seyen die Molecule der Materie; alle Molecüle seyen vollkommene Leiter ?) der Elektricität; das Wesen 3) der Polarisation bestehe in einer, innerhalb der Molecüle vollzogenen Vertheilung der beiden Elektricitätsarten; der Polarisationszustand sey daher ein abnormer, von einer elektrischen Spannung “) begleiteter; es gebe kein Polarisationsmaximum, vielmehr eine kritische alles zerstörende Polarisationsgränze 6); die Polarisation trete augenblicklich 1) auf; die Polarisationsfähigkeit sey specifischer Natur ?) und eine ganz allgemeine Eigenschaft ®) der Materie.

1) Faraday, Experimental Researches in Electricity, Vol. 1, al. 1162.

(Ann. Bd. 46, S. 2). 2) Ebendas. al. 1169. (Ann. Bd. 46, S. 8.) 3) Ebendas. al. 1178. (Ann. Bd. 46, S. 11.) 4) Ebendas. al. 1671. (Ann. Ergzbd. I), S. 250.) 5) Ebendas. al. 1410. (Ann. Bd. 47, S. 531.)

Poggendorff's Annal. Bd. CLVIII.

Der Polarisation folge immer eine zweite elektrische Wirkung, die Leitung “); der isolirende Raum gestatte immer einen specifischen Austausch beider Elektricitätsarten zwischen den polarisirten Moleculen.

Polarisation und Leitung stehen zu einander in einem umgekehrten Verhältniss 5), denn Polarisation sey nichts anderes als das, was man gewöhnlich unter dem Namen Widerstand 6) verstehe.

Das Wirkungsfeld ’) der elektrischen Kräfte sey ein unendlich kleines; die scheinbare Ausdehnung desselben bis ins Unendliche sey nur aus einer Fortpflanzung der Kraftwirkung von Molecülen zu Moleculen entstanden; die Fernwirkung löse sich jedoch nicht in eine unmittelbare Berührungswirkung auf, sondern nur in eine Fernwirkung niederer Ordnung 8).

§. 2. In der von ihm selbst entdeckten Thatsache, dass die Capacität eines Condensators nicht allein von der Gestalt und dem Abstande der leitenden Platten, sondern auch von der Beschaffenheit der isolirenden Zwischenschicht abhänge, glaubte Faraday mit Recht einen unzweideutigen Beweis für seine, diese Thatsache voraussagende Theorie geliefert zu haben. Zwar hatte er bei seinen sorgfältigen Untersuchungen auch ein specifisches Eindringen der Elektricitäten in das Innere der starren Isolatoren alsbald bemerkt, doch zeigte er, dass erstens die beiden specifischen Vermögen in keinem directen Verhältniss zu einander ständen 1) Faraday, Experimental Researches in Electricity, Vol. I, al. 1670. 2) Ebendas. al. 1167. (Ann. Bd. 46, S. 5.) 3) Ebendas. al. 1669. (Ann. Ergzbd. I, S. 250.) 4) Ebendas. al. 1675. (Ann. Ergzbd. I, S. 251.) 5) Ebendas. al. 1328. (Ann. Bd. 47, S. 37.) 6) Ebendas. al. 1328. 7) Ebendas. al. 1677. (Ann. Ergzbd. I, S. 251.) 8) Ebendas. al. 1164 (Anmerkung). (Ann. Bd. 46, S. 3.)

1

und dass zweitens, während das Eindringen einige Zeit erforderte, die Vertheilung momentan einträte 1).

Siemens ?), der eine stets constante und unerschöpfliche Elektricitätsquelle benutzte und mittelst seiner bekannten Wippe die Dauer der Einwirkung genau controliren konnte, fand, dass die dielektrische Capacität unabhängig von der elektromotorischen Kraft der Batterie wäre. Da aber die Tiefe des etwaigen Eindringens der Elektricität in der durch die Wippe gegebenen Zeit jedenfalls von der Grösse der wirkenden Kraft abhängig seyn musste, so liess sich hieraus derselbe Schluss ziehen, dass in ihr nicht der Grund der beobachteten Capacitats - Aenderung zu suchen sey.

Ebenfalls einen Beweis für die dielektrische Polarisation hat Boltzmann ?) geliefert. Er fand nämlich, dass eine ursprünglich unelektrische, isolirende Schwefelkugel, in die Nähe einer influencirenden Metallkugel gebracht, von der letzteren genau gleich stark angezogen wurde, gleichviel ob die Metallkugel während des ganzen, über eine Minute dauernden Versuches immer positiv oder immer negativ oder abwechselnd zóó Secunde positiv, die nächste zón Secunde negativ, dann wieder zõő Secunde positiv geladen wurde usw., sobald nur die Mengen der positiven und negativen Elektricität bei der dauernden und bei der alternirenden Ladung dieselben waren. Eine solche Anziehung könnte nur von einer momentan sich herstellenden, dielektrischen Polarisation, nicht aber daher rühren, dass sich die Kugel, weil sie Spuren von Leitungsvermögen besässe, durch Influenz lüde, denn im letzteren Falle hätte die Anziehung bei der alternirenden Ladung vielmal kleiner als bei der dauernden seyn müssen.

Trotz alledem bezweifelt man noch die Thatsache der Polarisation. Der Gründe für diese besonders hartnäckige 1) Faraday, Exp. Res. al. 1251, 1248, 1269, 1277. (Ann. Bd. 46,

S. 553 und ff. 2) Siemens, Pogg. Ann. Bd. CII. 3) Boltzmann, Wiener Bericht, Bd. LXVIII. (Ann. Bd. 153, S. 525.)

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