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kleiner werden, und daher die Dauer des Versuches beträchtlich länger ausfallen als in dem Falle, wenn vor dem Versuche die Membran der Einwirkung der Luft nur etwa einer Minute ausgesetzt gewesen wäre. Wurde nämlich die Diffusionsröhre so tief ins Quecksilber hineingesenkt, dass das Quecksilberniveau im Glasgefässe im Augenblicke der Hahnumdrehung beim Striche 50 stand, so war — nachdem die Röhre jetzt so weit gehoben wurde, dass das Quecksilberniveau im Glasgefässe wieder beim Striche 10 stand - die Quecksilbersäule bereits beim Striche 20,5. Ich brauchte also nur wenige Secunden zu warten bis sie den Strich 25 erreichte, um dann die Dauer des Versuches erster Art zu bestimmen. Es ergab sich keine merkliche Dauerdifferenz, woraus folgt, dass die Luftmenge, die binnen des Versuches erster Art in das Diffusiometer hineindiffundirt, verschwindend klein ist. Zum Beweise dessen führe ich folgende Tabelle an.

Tabelle XI.
Versuche erster Art.
Quecksilber steigt vom Le.

| Quecksilber steigt vom Quecksilberniveau im Glas- |

Striche 20,5 auf. Nicht Tem

gefässe auf. Numredu

Die Zeit

Die

von der cirter tur

Dauer

TemHahnumdes

peratur

TemBaro

drehung | Versu- | in der Verbis zum

Zeit meter

Dauer peraches er- DiffuBaro

Anfang suches ster Art sions

tur
stand
des Ver-

in röhre
suches in
Secunden

Secunden
,5 12,6 225 105 14,25

105,5 14,375 14,4

103,5 14,4 223 104 14,4

49 | 104 11,35 764,5 12,6 359 111 13,8

235 109
233

14,065

53 106,5 14,175

58 104,5 14,2 105 14,3 463 1 105,5 14,2

pera

mer

des

am

meter

224

104

14

349

§. 7. Wenn das obige Gesetz richtig ist, so muss es auch für Gasgemische gültig seyn, vorausgesetzt, dass die Gase, die das Gemisch im Diffusiometer bilden, sich beständig so schnell mit einander mischen, dass das Gemisch im Diffusiometer in jedem Augenblicke als in allen seinen Theilen vollständig gleichartig betrachtet werden kann. Die Geschwindigkeit mit welcher ein solches Gasgemisch durch die Membran diffundirt, muss gleich seyn der Summe aus den Producten der Partialdrucke der einzelnen Bestandtheile dieses Gemisches und deren Diffusionsgeschwindigkeiten, was auch die Versuche, die ich angestellt, bestätigt haben.

Zur Darstellung eines Gasgemisches benutzte ich Kohlensäure und Wasserstoff. Der letztere wurde aus chemisch reinem Zink und reiner sehr verdünnter Schwefelsäure dargestellt. Er wurde gewaschen und getrocknet ganz so wie die Kohlensäure. Die zahlreichen Versuche erster Art, angestellt mit Wasserstoff, zeigten, dass die Dauer des Versuches 3,6 Mal grösser ist als mit Kohlensäure, und zwar scheint das Verhältniss der Diffusionsgeschwindigkeiten dieser beiden Gase von der Temperatur und dem Barometerstand ganz unabhängig zu seyn.

Das Gasgemisch wurde in einer Glasglocke von 2 Liter Inhalt, welche oben mit einem Hahn versehen war und ins Quecksilber bis zum Hahn eingetaucht werden konnte, bereitet. Die Glocke wurde zur Hälfte mit Kohlensäure, zur Hälfte mit Wasserstoff gefüllt. Nach 3 bis 4 Stunden nachdem man sicher seyn konnte, dass die Gase in der Glocke durch freie Diffusion sich vollständig gemischt haben, wurden zuerst zwei Versuche erster Art mit Koblensäure angestellt um die Diffusionsgeschwindigkeit dieses Gases bei der Temperatur und dem Barometerstande, welche in diesem Augenblicke waren, zu bestimmen. Dann wurde Kohlensäure aus dem Diffusiometer mit Hülfe der Poggendorff's Annal. Bd. CLVIII.

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Luft weggetrieben und das Gasgemisch aus der Glocke durch das Diffusiometer durchgelassen. Die zubereitete Menge des Gemisches reichte für zweimalige Füllung des Diffusiometers vollständig aus. Es wurden also zwei Versuche erster Art mit Gasgemisch gemacht, dann zur Controle ein Versuch erster Art mit Kohlensäure. Das Gasgemisch in der Glocke wurde jedesmal zweimal analysirt. indem ich Kohlensäure in Eudiometerrohr durch Kali absorbiren liess.

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Mittelwerth von zwei Analysen gab an:

Wasserstoff 48,065 Proc.
Kohlensäure 51,935 »

100,000 Proc.

Der Partialdruck der Kohlensäure betrug also

51,935 der des Wasserstoffes 48,065 vom Gesammtdrucke des Gasgemisches. Es sey die Dauer des Versuches mit Koblensäure allein a, dann ist die Dauer des Versuches mit Wasserstoff allein 3,6 X a. Die Diffusionsgeschwindigkeit der Kohlensäure ist dann , die des Wasserstoffes , und somit die Diffusionsgeschwindigkeit des Gemisches

v=p. 1+p.3.6.2 = +(2+k's) · (1),

.6

a

wenn p den Partialdruck der Kohlensäure und p' den des Wasserstoffes im Gasgemische bedeutet. Nun war a im Versuche No. 2, welcber, was die Temperatur anbelangt, den Versuchen No. 3 und 4 am nächsten steht, gleich 107 Secunden. Setzt man diesen Werth in den Ausdruck (I) und die oben angegebenen Werthe von p und p', so bekommt man

O=0,006101.
Aus dem Versuch No. 3 folgt aber

v= 166 = 0,006024 und aus dem Versuch No. 4

o = 162 = 0,006172.

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Mittelwerth von zwei Analysen gab an:

Wasserstoff 49,115
Kohlensäure 50,885
100,000

50,885
Der Partialdruck der Kohlensäure war also

war als0 100 der des Wasserstoffes *100 vom Gesammtdrucke des Gasgemisches. Die Versuche No. 5, 6, 9 und 10 liefern im Mittel für a 94,75 Secunden. Setzt man diese Werthe in (1) ein, so bekommt man

V = 0,00681.

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