Page images
PDF
EPUB

XII. Temperatur in der Tiefe des artesischen

Brunnen zu Mondorf.

Der artesische Brunnen zu Mondorf, im Thale des Aalbachs, eines Flüfschens, der die Gränze zwischen Frankreich und dem Grossherzogthum Luxemburg bildet, ist wegen seiner Tiefe und Temperatur bereits früher in diesen Annalen (Bd. 67, S. 144) der Gegenstand einer kurzen Notiz gewesen. Seit dem ist er unter Leitung des Hrn. Kind vollendet und wird, in ähnlicher Weise wie die Bohrlöcher zu Neusalzwerk, in Westphalen '), und zu Nauheim, in Hessen, als künstliche Heilquelle mit grossem Erfolg benutzt, zum Ersatz gewissermassen für das vergebliche Bemühen, Steinsalz aufzufinden, was man eigentlich zur Absicht hatte. Durch die späteren Arbeiten ist dann auch die Tiefe des Brunnens um ein Beträchtliches vergrössert worden. Sie beträgt gegenwärtig 730 Meter= 2247 par. Fuss. Diefs bat Hrn. Walferdin Veranlassung gegeben, mit seinen Ausflussthermometern eine neue Bestimmung der Temperatur in der Tiefe vorzunehmen, zumal die frühere, von Hrn. Welter im J. 1845 gemachte, einigen Einwürfen ausgesetzt ist.

Drei solche Thermometer, die er mittelst eines Gewichtes von 27 Kilogramm an einem Seile langsam bis zur Tiefe von 720 Met. binab, und daselbst 12 Stunden verweilen liefs, gaben ihm für die Temperatur in dieser Tiefe übereinstimmend 279,63 C.

Die Quelle, die oben hervorsprudelt und so reich ist, dass sie 606 Liter Wasser pro Minute liefert, liegt indess nicht am Boden des Bohrlochs, sondern nur in der Tiefe von 502 Meter. Da sie vorzugsweise geeignet ist, die Temperatur der Erdschichten in dieser Tiefe kennen zu lernen, so machte Hr. Walferdiu in ihrer Nähe eine zweite Messung

[ocr errors]

auf ähnliche Weise wie die erste. Das Resultat derselben war=25°,65 C.

Um die Temperatur des Bodens an der Erdoberfläche zu erfahren, benutzte Hr. Walferdin einen in der Nähe der Anstalt vorhandenen bedeckten Brunnen, der eine Tiefe von 7 Met. besitzt, von denen 4,5 Met. mit Wasser gefüllt sind. Zwölftägige Thermometer-Beobachtungen ergaben im Mittel für die Temperatur dieses Brunnens=90,7 C., was, wie Hr. W. bemerkt, da Mondorf 205 Met. über dem Meere liegt, mit der durch lange Beobachtungen festgesetzten Bodentemperatur von Metz übereinstimmt. .

Für die Zunahme der Temperatur mit der Tiefe ergiebt sich demnach aus diesen Beobachtungen das Resultat

25°,65 – 99,7 = 15°,95 C. für 502 —7=495 Meter oder

1° C. für 31,04 Meter. Was übrigens die Gesteinsschichten betrifft, die man bei Ablesung dieses Bohrlochs durchsetzt hat, so sind sie: Lias

54m,11 Keuper

206 ,02 Muschelkalk

142 ,17 Bunter Sandstein und Vogesensandstein 311 ,46 Aelterer Schiefer und Grauwacke 16 ,24

730",00 (Aus den Compt. rend. T. XXXVI. p. 250.)

XIII. Notiz zur Stereoskopie;

von W. Rollmann.

Unter mehreren anderen stereoskopischen Methoden erläutert Dove'), wie auch das Doppeltsehen als Stereoskop dienen könne. Da die Ausführung des von ihm angegebenen Verfahrens nicht Jedem gelingen möchte, so will ich 1) Annal. Bd. 83, S. 187.

hier ein Mittel angeben, wodurch es mir und mehreren Andern leicht gelang die Bilder zum Decken zu bringen. Man legt die Bilder nebeneinander, stellt zwischen sie eine verticale Scheidewand, deren Höhe ungefähr gleich der Sehweite ist, und stützt sich mit Nase und Stirn auf deren oberen Kante. Dann legt man einen Finger in jeden äusseren Augenwinkel und zieht so die Augen auseinander, bis die Bilder sich decken, und als Relief erscheinen. Der Versuch lässt sich natürlich auch ohne Scheidewand anstellen, nur dass man dann ausser dem Relief poch zwei seitliche Bilder zu sehen bekommt. Hatte ich die Bilder zum Decken gebracht, so konnte ich die Figur langsam entfernen, ohne das Relief zu zerstören. Ein rothes und grünes Bild gaben mir nach kurzem Anblicke ein so entschiedenes Grau, wie ich es bei anderem Verfahren nicht gesehen. Uebrigens merkt man bald, dass, wie schon Dove sagt, der Versuch den Augen nicht zuträglich ist.

XIV. Ueber die Interferenz des polarisirten Lichis;

von E. E. Schmid.

Im dritten Ergänzungsbande zu diesen Annalen S. 451 ff. ist eine Abhandlung von Verdet mitgetheilt, in welcher zuerst nachgewiesen ist, dass der Fresnel'sche Beweis für das Nichtvorhandenseyn longitudinaler Schwingungen im polarisirten Lichte ungenügend sey, und dann dieser Beweis vollständig geführt wird. Ich erlaube mir darauf aufmerksam zu machen, dass beides, die Nachweisung der Lücke im Fresnel'schen Beweise und ihre Ausfüllung schon vorher in meiner Abhandlung » Versuch einer inductorischen Entwickelung der Undulationstheorie« erledigt war, und zwar nicht nur auf einem kürzeren Wege, sondern auch

allgemeiner, insofern das Gesetz für Geschwindigkeit der Lichtätherschwingungen gar nicht praesumirt ist. Die betreffende Stelle ist zu finden in Bd. 56, S. 400.

XV. Ueber die Geschichte der Bestimmung der

Lichtgeschwindigkeit; aus einem Briefe an Hrn. Dr. W. Erler von Al. von Humboldt.

(Vergl. Pogg. Annalen, Bd. 88, S. 538).

Die Verbesserung eines Irrthums in der Geschichte wissenschaftlicher Entdeckungen ist um so erfreulicher, als der Irrthum in einer sich allmälig weit verbreitenden Schrift enthalten ist. Die Ansichten meines längst dahingeschiedenen, viel mit den Jupiter-Trabanten beschäftigten Freundes, Delambre, und eine falsche Interpretation der mir wohl bekannten Quellen haben mich verführt. Ich werde in der nächsten Ausgabe des astronomischen dritten Theils des Kosmos, falls ich dieselbe noch erleben sollte, Ihre sehr gegründeten Bemerkungen zur Abänderung beider Stellen (S. 91 und 125) benutzen und wünsche, nach meiner Vorliebe für die Oeffentlichkeit, dass jetzt schon dieser Erklärung in den Annalen der Physik erwähnt werde.

Gedruckt bei A. W. Schade in Berlin, Grünstr. 18.

Von diesen der Physik und Chemie gewidmeten.

Annalen, welche mit den von Gren und Gilbert herausgegebenen Zeitschriften eine seit 1790 bestehende ununterbrochene Reihenfolge bilden, erscheinen im Laufe des Jahres zwölf monatliche Hefte, bei der von 1846 an vergrösserten Druck einrichtung, durchschnittlich zwischen neup und zehn Bogen stark und, wo pöthig, mit Kupfertafeln.

· Beiträge bittet man entweder an den Verleger (Joh. Ambr. Barth) in Leipzig oder an den Herausgeber in Berlin zu adressiren.

! Der Preis für den ganzen Jabrgang von zwölf Heften oder drei Bänden ist auf 9 Rthlr. 10 Sgr. festgesetzt,

Neu eintretenden Theilnehmern die Anschaffung früherer Jabrgänge zu erleichtern, werden dieselben erlassen: Gren, Journal der Physik. 8 Bände. gr. 8. 1790–1794.

netto 9 Rthlr. - Neues Journal der Physik. 4 Bände, mit Register von Dr. Karsten. gr. 8. 1795-1798.

.. netto 5 Rthlr. 7 Sgr. Annalen der Physik. Herausgegeben von Dr. L. W. Gilbert." Ir-30r Band. (Jabrgang 1799 bis 1808.) Mit Kupfertafeln. gr. 8.

netto 30 Rthlr. - = Neue Folge. Herausgegeben von Dr. L. W*. Gilbert. 318-60r Band.

(Jahrgang 1809 1818.) Mit Kupfertafeln. gr. 8. netto 46 Rthlr. 15 Sgr. - der Physik und der physikalischen Chemie. Herausgegeben von Dr. L. É. Gilbert. 616-76r Band. (Jabrgang 1819 – 1824, 4s Heft.) Mit Kupfertafeln. gr. 8.

netto 29 Rthlr. 15 Sgr. Sacb- und Nainenregister, vollständiges und systematisch geordnetes zu den

76 Bänden der von Dr. L. W. Gilbert vom Jahre 1799 bis 1824 herausgegebenen „Annalen der Physik und der pbysikalischen Chemie", von Dr. II. Müller. gr. 8. 1826.

netto 2 Rthlr. 20 Sgr. Annalen der Physik und Chemie. Herausgegeben zu Berlin von Dr. J. C. Pog

gendorff. Ir-8r Band. (Jabrgang 1824, 5s Heft bis 1826.) Mit Kupfertafeln. gr. 8.

- netto 16 Rthlr. - Herausgegeben zu Berlin von Dr. J. C. Poggendorf. Nach erweitertem Plane. 9r51r Band. (Jahrgang 1827 — 1840.) Mit Kupfertafeln. gr. 8. .

netto 100 Rthlr. 10 - Ergänzungsband I. Mit Kupfertafeln. gr. 8. netto 2 Rthlr. 224 Sgr. - - 52r - 60r Band. (Jahrgang 1841, 1842, 1843.) Mit Kupfertafeln. gr. 8.

netto 21 Rthlr.. - - Register zu den Bänden 1 bis 60. gr. 8.

netto 2 Rthlr. -- 610-69r Band. (Jahrgang 1844, 1845, 1846.) Mit Kupfertafeln. gr. 8.

i netto 21 Rthlr.

Vom

Journal für praktische Chemie,

berausgegeben von Dr. O. L. Erdmann, erscheinen monatlich zwei Hefte zu vier Bogen, mit den nöthigen Kupfertafeln oder Holzschnitten. Acht solcher Hefte bilden einen Band, und drei Bände machen einen Jabrgang aus.

Beiträge bittet man entweder an den Verleger (Joh. Ambr. Barth) in Leipzig, oder an den Herausg. (Prof. Dr. Erdmann in · Leipzig) gelangen zu lassen.

Der Preis für, den Jahrgang ist auf 8 Rthlr. festgesetzt.

Neu eintretenden Theilnebmern die Anschaffung der früheren Jahrgänge zu erleichtern, werden diese erlassen:

Journal für technische u, ökonomische Chemie. Herausgegeben von Dr. 0, L. . Erdmann. Jahrgang, 1828 bis 1833 oder Ir - 18r Baud. Mit Kupfern. gr.8.

. Auch unter dem Titel: Die neuesten Forschungen im Gebiete der tecbnischen und ökonomischen Chemie. lr - 18r Band.

Alle 18 Bände zusammen zu 18 Rthlr. – Der einzelne Band zu 1 Rthlr.

10 Sgr. - Das einzelne left zu 15 Sgr.

[ocr errors]
[ocr errors]
« ՆախորդըՇարունակել »