Page images
PDF
EPUB

Mitte eine kleine in Grade getheilte Bussole stand. Uin eine zweckmässige Stroinstärke zu erhalten, wurden ausserdem noch verschiedene Drähte eingeschaltet. Als Hydrokette diente ein Kohlenzinkbecher. Das Galvanometer, mit welchem der thermo-elektrische Strom gemessen wurde, ist unit einem Spiegel versehen, in welchem durch ein Fernrobr eine Scale beobachtet wird, ganz wie beim Magnetoineter; der Magnet ist eine Stahlscheibe, die an einen Coconfaden in einer massiven Kupferhülse hängt, um welche der Multiplicatordraht gewunden ist. Letzterer besteht aus zwei Theilen, die, nebeneinander aufgewunden, sowobl nebeneinander zu einem kürzern dickern, als hintereinander zu einem längern dünnern Drahte verbunden werden können. Die Schwingungsdauer des Magnets beträgt 9",13. Die Beobachtungen wurden in der Weise angestellt, dass zuerst der Ruhestand aus vier um 9 Sekunden auseinanderliegenden Ablesungen bestiinint wurde, während der Commutator 2 ganz geöffnet war; dann wurde dieser bei einem bestimmten Sekundenschlag einer Pendeluhr östlich geschlossen und der Stand der Tangentenbussole abgelesen; darauf bei einem zweiten bestiminten Sekundenschlage wurde der westliche Schluss so rasch als möglich hergestellt, und nun sechs Elongationen der Nadel beobachtet. Nach Verlauf der hierzu erforderlichen Zeit, etwa 54" nach dem westlichen Schlusse, war der thermo-elektrische Strom, wie sich bald aus den Beobachtungen ergab, schon so schwach geworden, dass weitere Beobachtungen keinen Nutzen mehr hatten. Es wurde daher der Commutator 2 dann geöffnet, die Galvanometernadel durch einen Magnet beruhigt, und nun eine folgende gleiche Beobachtungsreihe daran geschlossen. Die Zeit, welche zur Berubigung der Nadel so wie zur Beobachtung des Standes derselben vor dem folgenden Schlusse des Commutators 2 erforderlich war, reichte, wie die Beobachtungen zeigen, vollkommen bin, damit die Temperaturungleichheit der Löthstellen vor dem folgenden Versuche wieder verschwinden konnte. Um jedoch einen möglichen kleinen Rückstand gänzlich unschäd. lich zu machen, wurden die Reihen so combinirt, dass iminer je zwei auf einander folgende bei der einen Stellung des Commutators 1, die darauf folgenden zwei bei der entge gengesetzten, die zwei folgenden wieder bei der ersten u. s. f. gemacht wurden, und zugleich wurde die Vorsicht beobachtet, die einzelnen Reihen immer um genau gleiche Zeiten von einander abstehen zu lassen. Wenn dann nämlich nach der ersten Reihe noch ein kleiner Rückstand blieb, und dieser die Wirkung des zweiten gleichnamigen Schlusses verstärkte, so musste der nach diesem bleibende Rückstand die Wirkung des dritten entgegengesetzten Schlusses schwächen, die Wirkung des vierten dagegen musste wieder verstärkt werden u. s. f., so dass in Mittel aus mehreren Reihen ein solcher jedenfalls nur sehr geringer Einfluss sich eliininirte.

Schwieriger war es, eine andere Störung der Versuche zu vermeiden. Es reichte nämlich schon eine geringe Temperaturdifferenz der Löthstellen der Thermokette hin, die Galvanometernadel aus ihrer Ruhelage abzulenken. Selbst als die Thermokette durch mehrere übereinandergesetzte Kasten verschlossen war, die nur Oeffnungen für die beiden Leitungsdrähte besassen, zeigte sich, wenn diese letztern mit den Multiplicatordrähten verbunden wurden, fast stets eine Ablenkung um mehrere Scaleotheile, die freilich während einer längern Zeit sich meist ziemlich constant erhielt. Wahrscheinlich rührte diese davon her, dass die verschiedenen Seiten der die Thermosäule umschliessenden Kasten kleine Temperaturunterschiede in Folge einer unsymmetrischen Stellung gegen die Zimmerwände, die Fenster, den Beobachter u. A. besassen. Erst nachdem innerhalb des äusseren Kastens aus Holz ein Metallmörser über die übrigen Kasten gestülpt war, verschwand diese Ungleichheit, obwohl sie selbst dann noch zuweilen, aber nur selten und sehr geschwächt bemerklich gemacht werden konnte, wenn zwischen der Thermokette und dem Galvanometer ein dritter, gewöhnlicher, Commutator eingeschaltet, und die Stellung dieses von 9 zu 9 Sekunden gewech

selt wurde. Uebrigens suchte ich diese Ungleichheit dadurch unschädlich zu machen, dass ich den hydro-elektrischen Strom immer ebenso oft in der einen als in der entgegengesetzten Richtung durch die Thermokette gehen liess, und aus den säinmtlichen Messungen das Mittel nahm. Es muss hierbei jedoch erwäbnt werden, dass auch, wenn keine solche Ungleichheit vor oder nach einer Versuchsreihe zu bemerken war, beide Arten von Versuchen nicht ganz gleiche Resultate gaben, in der Regel war die erste Elongation der Galvanometernadel bei der einen Stellung des Commutators 1, die ich als positiven Schluss bezeichnen will, etwas kleiner als die bei negativen Schluss, welches Verhältniss sich aber in den folgenden Elongationen änderte, so dass daraus eine etwas raschere Abnahme der Temperaturdifferenz nach dem negativen Schlusse als nach dem positiven hervorgeht.

Ich werde nun zunächst, um zu zeigen, eine wie grosse Uebereinstimmung die einzelnen Beobachtungen unter einander darbieten, einen Beobachtungssatz vollständig mittheilen. Die beiden Multiplicatordrähte waren dabei so combinirt, dass sie den geringsten Leitungswiderstand darboten.

[ocr errors]

468,8
469,4
468,7
467,0

467,2
466,8
466,2
468,3

469,4
469.9
468,1
467,2

467,0 0" Schluss östl. 0" Schluss östl. 0" Schluss östl. 0" Schluss östl. Tang. buss. +31°,2. Tang buss. +31°,2. Tang buss. -32°,3. Tang.buss. -32°,1. 30" Schluss westl. 30" Schluss westl. 30" Schluss westl. 30" Schluss westl. 697,9 700,6 240,2

240,0
382,7
381,2
553,0

554,0
610,5
612,9
329,1

328,1
379,4
377,1
557,9

559,1
569,8
573,2
368,7

367,5
391,8
388,0
546,6

547,6
Schloss 0.
Schluss 0.
Schloss 0.

Schluss 0.

[ocr errors]

Aus diesen Beobachtungen ergeben sich die Elongationen, wenn man die Ruhestände bei ungeschlossenem Commutator 2 von den übrigen Zahlen subtrahirt. Um so weit als möglich die Aenderungen der Declination zu eliminiren, habe ich das Mittel aus der Standbeobachtung vor und nach jeder Reihe genommen, und dieses als natürlichen

[ocr errors][ocr errors][subsumed][ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small]

Nimmt man aus beiden die Mittel obne Rücksicht auf die Vorzeichen, so ergeben sich entsprechend einer Ablenkung der Tangentenbussole um 31°,775=31°46',5 die 6 Elongationen: 229,89, 85,73, 142,01, 90,32, 102,25, 79,15. Diese Zahlen sind den Tangenten der doppelten Elongationswinkel proportional. Die Stromstärke eines dauernd durch einen Multiplicator gehenden Stroms ist aber der Tangenté des einfachen Elongationswinkels proportional. Es werden daher die Beobachtungen noch einer Correction zu unterwerfen seyn, die zu erhalten es genügt, wenn x die beobachtete Elongation und r den horizontalen Abstand des Spiegels von der Scale bezeichnet, von x die Grösse 1 203

* zu subtrabiren. Die horizontale Entfernung des Spiegels von der Scale betrug aber in Scalentheilen gemessen 1176,8. Daraus folgen die 6 Correctionen – 2,93, – 0,15, - 0,69, – 0,18, – 0,26, – 0,12; und es werden die ver

bes

[ocr errors]
« ՆախորդըՇարունակել »