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diese Substanz wirkt in einer solchen Weise oxydirend, dass selbst Chorkalium unter Ausscheidung von Chlor und unter Bildung von Aetzkali dadurch zersetzt wird. Ein Mehrgehalt von Wasserstoff würde dagegen nur reducirende Eigenschaften bedingen können.

In diesem Verhalten ist der Weg angedeutet, auf dem sich die Zusammensetzung des Ozons ermitteln lässt.

Wenn es nämlich ein Mittel giebt, den Sauerstoff zu bestimmen, welcher mit den Elementen des Wassers das Ozon zusammensetzt, so bedarf es nur noch einer Wägung des Ozons oder seiner gesammten Zersetzungsproducte, um die Zusammensetzung desselben festzustellen. Ein solches Mittel bietet sich in einer Methode dar, die im wesentlichen dieselbe ist, deren sich Prof. Bunsen bei seiner Untersuchung des Jodstickstoffs bediente, und über die eine umfassende Arbeit von ihm zu erwarten ist. Der mit den Elementen des Wassers verbundene Sauerstoff scheidet nämlich, in ähnlicher Weise wie freies Chlor oder Brom, ein Aequivalent Jod aus Jodkaliumlösungen aus. Es handelt sich daher nur um die Bestimmung dieses ausgeschiedenen Jods, welche nach jener Methode auf folgende Weise mit ungewöhnlicher Schärfe ausgeführt werden kann.

Man bereitet sich eine Lösung von Jod in Jodkalium von solcher Stärke, dass das in einem Grade der Bürette enthaltene Jod einen kleinen Bruchtheil eines Milligramms, etwa wie bei den nachfolgenden Untersuchungen 0,0002538 Gramm chemisch reines Jod =a enthält. Ferner bereitet man sich einige Litres höchst verdünnter schwefliger Säure, welche nicht mehr als Todoro an schwefliger Säure entbalten. Es wird nun ermittelt, wie viele Bürettengrade t der Jodflüssigkeit nothwendig sind, um ein abgemessenes Volum dieser schwefligen Säure zu zerstören. Die dazu nöthige Jodmenge ist daher at. Werden n Maafse jener schwefligen Säure der durch Ozon erbaltenen Jodflüssigkeit hinzugefügt, welche letztere die zu suchende Jodmenge 3 enthält, so zerstört dieses x einen Theil der schwefligen Säure. Ermittelt man nun endlich noch die Bürettepgrade

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t', und also auch die Jodmenge at', welche zur vollstän: digen Zerstörung der n Maasse schwefliger Säure erforderlich sind, so ergiebt sich die Gleichung: x+at'=nat; oder x=a(nt-t'). Der Punkt, wo die Zerstörung der Säure eingetreten ist, lässt sich leicht nach dem von Dupasquier angegebenen Verfahren mittelst Stärkelösung bestimmen. Aus diesem x, d. h. der durch den Sauerstoff des Ozons freigemachten Jodmenge, ergiebt sich die aequivalente Menge Sauerstoff w, welche das Ozon ausser den Elementen des Wassers enthielt, aus der leicht verständlichen Gleichung qa(nt t')=w.

Da das Gesammtgewicht des Ozons weniger diesem Sauerstoff 20 Wasser, also ein Körper von bekannter Zusammensetzung ist, so handelt es sich nur noch darum, eben dieses Gesammtgewicht des Ozons zu bestimmen. Diess geschieht durch die einzige Wägung eines kleinen Kugelapparats, durch welchen das scharf getrocknete Ozon geleitet, und worin einerseits dessen Zersetzungsproducte in der Jodkaliumlösung, andrerseits das verdunstende Wasser in einem damit verbundenen Schwefelsäurerohr zurückgchalten wurden.

Um einen Anhaltspunkt für die Schärfe dieser Methode zu geben, mag Folgendes zum Beleg dienen. Von der uin ibr zehnfaches Volum verdünnten Probeflüssigkeit, die in einem Bürettengrade t nur a=0,00002538 Grm. Jod enthielt, wurden in drei auf einander folgenden Versuchen zur Zerstörung desselben Maasses schwefliger Säure erfordert:

. . . . . . Abweichung . ..t

i at v om Mittel. Ister Versuch 122,9 . 0,003119 +0,000010 2ter Versuch 123,4. 0,003137 - 0,000008

3ter Versuch 123,6 0,003132 -0,000003 .. .: :. Mittel =0,003129.

Die grösste Abweichung vom Mittel dieser Versuche beträgt daber nur 0,00001 Jod und entspricht einer Unsicherheit von nur 6 Zehamillionstel Sauerstoff. Die Fehlergräuze bei der Bestiminung des Sauerstoffs ist somit diesen Versuchen zufolge so weit hinausgerückt, dass sich die Menge desselben noch in weniger, als einem Zebotel Milligramme Ozon bestimmen lassen würde.

Der am meisten ins Gewicht fallende Fehler der Methode liegt daher in der Wägung. Bei dieser wurde desbalb ganz besondere Vorsicht angewendet. Es diente dazu eine neue Oertling'sche Waage, die während der ganzen Dauer der Versuche zu keinen anderen Wägungen benutzt, und durch welche sich noch ein Zebntel Milligramm mit Sicherheit ermitteln liefs. Die Waage war in einem nicht geheizten Raume von ziemlich constanter Temperatur aufgestellt. Die erste Wägung vor dem Versuch, sowie die zweite nach demselben wurde zwei bis dreiinal wiederholt, nachdem der vor dem Anziehen von Feuchtigkeit geschützte Apparat jedesmal in der verschlossenen Waage längere Zeit ciner constanten Temperatur ausgesetzt blieb. Die bei den Wägungen beobachteten Temperatur Differenzen überstiegen nicht 3° C., das Gewicht des Apparats betrug dagegen 36 bis 38 Gramme, mithin konnte der Einfluss der Temperatur vernachlässigt werden. Dagegen wurde die grösste Sorgfalt darauf verwendet, vor der Wägung den vom Durchleiten des elektrolytischen Gases zurückbleibenden Sauerstoff durch einen trocknen Luftstrom zu verdrängen, Auf diese Weise ist es möglich gewesen, die Wägungen wit Genauigkeit bis auf einige Zehntel Milligramme auszuführen. Diess entspricht einer für die gesuchte Zusammensetzung unerheblichen Unsicherheit.

Grössere Schwierigkeiten, als bei der Analyse, boten sich bei der Darstellung des Ozons dar. Schwefelsäurehaltiges Wasser, durch den Strom zersetzt, liefert nicht genug Ozon, um dasselbe mit Sicherheit wiegen zu können. Dagegen entwickeln sich bei der Elektrolyse Schwefelsäure baltiger Chromsäure solche Mengen, dass Linien dicke vulkanisirte Kautschukröhren in wenigen Minuten davon zerstört werden, und dass der mit Ozon beladene Sauerstoffstrom mit Ammoniakgas weisse Nebel bildet, die sich bei

näherer Untersuchung als salpetersaures Ammoniak erwicsen. Man würde sich demungeachtet sehr irren, wenn man erwarten wollte, das Ozon auf diesem Wege isolirt erhalten zu können. Seine Menge ist vielmehr trotz dieser kräftigen Wirkungen so gering, dass es bei den sämmtlichen nachfolgenden Versuchen nöthig war, nicht weniger als 7 bis 800 Litres elektrolytisches Knallgas zu entwickelo. In einen Versuch, bei dem 76 Gramien Wasser zersetzt wurden, das mit to Schwefelsäure angesäuert war, kam 1 Milligrm. Ozon auf 150 Litres Knallgas. Chromsäurelősungen, denen noch von der Bereitung Schwefelsäure anhing, lieferten in zwei Versuchen fast übereinstimmend | Milligrm. Ozon auf 10 Litres Knallgas. Eine weitere Schwierigkeit stellte sich gleich bein Beginn der Untersuchung ein. Sie betrifft die Verbindung der verschiedenen Apparattheile. Weder durch Kork, Kautschuk oder irgend andere organische Substanzen lässt diese sich bewerkstelligen. Es wird daher nöthig, die einzelnen Stücke des aus Glasröbren verfertigten Apparates entweder zusammenzuschmelzen, oder, wo diefs nicht thunlich ist, durch Einschlei fen in einander zu befestigen. Zudem muss die Gegenwart von freiem Wasserstoff in dem ozonhaltigen Gase vermieden werden, aus Gründen, die ich später angeben werde. Endlich sind sogar die Grössenverhältnisse des Apparats auf gewisse Gränzen beschränkt; über diese hinaus erfordert der sich langsain bewegende Gasstrom bis zu seinem Eintritt in die Jodkaliumlösung eine Zeitdauer, die zur freiwilligen Zersetzung einer erheblichen Menge des Ozons ausreichend ist.

Die Fig. I Taf. I. zeigt den zu den Versuchen benutzten Apparat. Er zerfällt in drei Theile: der erste (Fig. 2) dient zur Entwicklung des ozonhaltigen Sauerstoffs, der zweite (Fig. 3) hat die Bestimmung, das Gas zu trocknen, der dritte h (Fig. 1) soll die Zersetzungsproducte des Ozons aufnehmen.

An ein weites Rohr a (Fig. 2), das zur Aufnabme der Thonzelle b bestimmt ist, schmilzt man eine Röhre, wie sie zu gewöhnlichen Gasentwicklungen dient. Etwa einen Zoll über ihrem unteren Ende ist ein Platindraht mit anhängender Platinplatte eingeschmolzen. Letztere dient als positiver Pol und reicht in die an beiden Enden offene Thonzelle hinab. Ein zweites Robr (Fig. 3), das eben noch bequem über das vorige gestülpt werden kann, hängt durch eine dünnere Röhre e mit dem Trockenapparat f zusammen (vergl. Fig. 1). Auch hier sind die einzelnen Röhrenstücke zusammengeschmolzen. Dieses zweite Robr (Fig. 3) stützt sich mit seinem untern Ende auf die trichterförmige Erweiterung a der in Fig. 2 abgebildeten Röhre, oberhalb überragt es diese um etwa 1 Zoll. Das in f (Fig. 3) angedeutete Trockenrohr hat die in der Abbildung (Fig. 1) angegebene Neigung, ist 3 Fuss lang und besitzt das Lumen einer weiten Verbrennungsröhre. Es enthält Biinstein, der mit chemisch reiner, concentrirter Schwefelsäure durchtränkt ist. Um die geringste Menge schwefliger Säure, die den ganzen Versuch vereiteln würde, zu zerstören, ist der Bimstein vorher mit reiner Schwefelsäure benetzt und wicderholt durchgeglüht worden. Er erfüllt das Rohr bis zum vordern Ende, während die Schwefelsäure in dem hintern abwärts geneigten Theil sich sammelt und selbst zum Theil in die engere Verbindungsröhre zurücktritt. Auf diese Weise bildet das Gas, nachdem es die Schwefelsäureschicht passirt bat, Blasen, die sich langsam durch die benetzten Bimsteinstücke hindurchziehen. Ueber das vordere Ende des Trockenrobrs wird nun eine eng anschliessende Kappe (Fig. 4) geschoben. Diese besteht aus einem weiten Reagensglase, an welches eine engere kurze Röbre angeschmolzen ist. Letztere dient zur Aufnahme des Apparates h (Fig. 1), dessen Bestimmung ist, die Zersetzungsproducte des Ozons aufzusamıneln. Der kleine Apparat h (Fig. 1) besteht seinerseits aus zwei Stücken, verbunden durch eine von zwei Korken eingeschlossene Glasröhre. Der vordere Kugelapparat enthält eine concentrirte Jodkaliumlösung, der andere, nach binten gebogene, ist mit concentrirter Schwefelsäure gefüllt, um das mit dem Sauerstoff fortgerissene Wassergas zurückzuhalten. An dem einen Ende

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