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und A, a,b das Licht mit seinen beiden divergirenden Strahlenbüscheln, ebenfalls umgeklappt dargestellt, bezeichnen.

Auch Herr Vallée hält (Compt. rend. XXXV) die blosse Annabme der Refraction für unzulänglich, indem er sagt: » Es bleibt noch zu erklären, weshalb der obere Strahl voller

ist als der untere, weshalb jeder von ihnen sich in getrennte · Strahlen theilt, weshalb diese Strahlen gerade Linien sind, weshalb diese Geraden ununterbrochen sind, weshalb der Strahl nach oben mehr zeigt als der Strahl nach unten, weshalb diese Absonderungen nicht bestiinmten Gesetzen unterworfen sind und sich erhalten, wenn man die Augenlieder halb zudrückt, weshalb sich der grösste Theil derselben ändert, sobald man den Kopf wendet, jedoch die optische Axe in ihrer Richtung erhält etc.)

Alle diese Fragen werden durch die obige Erklärung binlänglich beantwortet, und sind sonach die Annahmen des Herrn Vallée überflüssig, nach welchen diese Erscheinungen zuzuschreiben sind: 1) den Körperchen der durchsichtigen Theile des Auges

und vorzüglich denjenigen, welche als Staubkörnchen oder als Theilchen von durchsichtiger Materie von ungewöbolicher Dichtigkeit auf der Oberfläche der

Thränen sich befinden, und 2) der Ungleichheit der Oberflächen der Augenlieder.

Ausser diesen langen Strahlen bemerkt man, namentlich in grösserer Entfernung (also bei Einfluss der sphärischen Abweichung), noch weit kürzere, mehr parallele, sehr intensive, fast immer stark durch Interferenzen unterbrochene und daher zum Theil gefärbte Strahlen auf der den langen Strahlen entgegengesetzten Seite; sind die langen Strahlen nach unten gerichtet, so erscheinen diese kleinen intensiven Strahlen oben und umgekehrt. Schon hieraus liess sich schliessen, dass die nach oben gerichteten kleinen Strahlen vom oberen, die nach unten gerichteten vom unteren Augenlied verursacht werden, wie auch weitere Versuche durch Verdecken und Wegziehen des Augenliedes bestätigten, und dass die Ursache somit in der Reflexion zu suchen ist. Ein Theil der auf die Cylinder auffallenden Strahlen wird nämlich nicht durch dieselben gebrochen, sondern reflectirt und erzeugt somit in Auge diese kleinen Strahlen (s. Fig. 7). Da sie durch den äussersten Theil des feuchten Saumes erzeugt werden, so entstehen sie etwas eher als die langen Strahlen, namentlich wenn das Auge sebr feucht, also die- . ser Saum sehr breit ist; daher kann man zuweilen selbst bei intensivem Lichte diese kleinen Strablen ohne die langen wahrnehmen; beim Hereingehen mit dem Augenlied nehmen sie anfangs ebenfalls bedeutend an Länge zu, aber etwas später als die langen Strahlen an Länge ab. Da diese kleinen Strahlen, wie so eben erwähnt, durch den äussersten Rand gebildet werden, dieser aber weiter in die Pupille hereinragt, so ist die Anzahl dieser kleinen Strahlen grösser und die Breite, auf der sie sichtbar sind, bedeutender als die untere Breite des dazugehörigen langen Strahlenbüschels, wozu allerdings auch der Umstand viel beiträgt, dass sie sogleich von unten an sichtbar sind, während die durch Refraction gebildeten langen Strahlen in ihrem antersten Theile durch das Bild der Lichtquelle verdeckt werden (s. oben.). – Aebulich wie oben bei den langen Strahlen geschehen, wird sich zeigen lassen, dass diese kleinen Strahlen stets etwas divergiren müssen, wäbrend die langen Strahlen bei sphärischer Abweichung, wie wir sie jetzt angenommen haben, in der Nähe des Lichts zunächst convergiren. Bei einem in der deutlichen Sehweite sich befindenden leuchtenden Gegenstande (oder vielmehr unter Umständen, bei welchen die sphärische Abweichung von weniger Einfluss ist) müssen die Strahlen im Ausgangspunkte zusammenfallen und können dann, da sie nur sehr wenig divergiren, nur einen der Breite der Lichtquelle entsprechenden, stark von Interferenzen unterbrochenen, kurzen Streifen verursachen (äbnlich wie oben bei den langen Strahlen innerhalb der deutlichen Sehweite gezeigt); man bemerkt nur eine Erweiterung des Bildes nach oben oder unten. – Da diese kurzen Strahlen sehr intensiv sind, so

kann man sie zuweilen unter Umständen wahrnebmen, unter welchen die anderen Strahlen wegen Mangels an Helligkeit nicht wahrgenommen werden, so z. B. in der Dämmerung an Flammen, am Tage an weissen Gegenständen etc.

Viele der hier angegebenen Erscheinungen liessen sich nur durch die sphärische Abweichung des Auges genügend erklären, und können somit zugleich als Beweis für das Bestehen derselben dienen; weitere Versuche, welche dieselbe ausser Zweifel stellen, sind in der im nächsten Hefte folgenden Abhandlung enthalten.

VI. Ueber die Erwärmung und Abkühlung, welche die permanenten Gase erfahren, sowohl durch Compression und Dilatation, als auch durch Berührung mit Körpern von verschiedener Temperatur;

von J. H. Koosen.

In den bekannten Untersuchungen von Carnot und Clapeyron über die bewegende Kraft der Wärme ist der Satz entwickelt: „dass wenn Wärme von einem warmen zu einem kalten Körper durch unmittelbare Berührung dieser beiden übergeht, stets ein Verlust an lebendiger Kraft stattfinden muss«; zugleich wird daselbst die Bemerkung gemacht, dass bei der Dampfmaschine, beim Uebergange der Wärme des Feuers zu dem Kessel,, da ersteres eine 10000 bis 2000° böhere Temperatur als letzterer hat, ein ungeheurer Verlust an lebendiger Kraft stattfinde, und dass daher nur die Anwendung der Wärme von hoher Temperatur und die Entdeckung eines zur Verwirklichung ihrer bewegenden Kraft dienenden Agens wichtige Vervollkommnungen in der Kunst, die bewegende Kraft der Wärine zu benutzen, bervorzubringen vermöge. Seitdem man nun angefangen hat, anstatt des Dampfes erwärmte Luft zum Treiben der Maschinen zu benutzen, hat es sich gezeigt, dass der grosse ökonomische Vorzug, dessen die Maschinen dieser Art vor den Dampfinaschinen theilhaftig sind, (und welches auch sonst wohl ihr einziger Vorzug vor den letzteren bleiben wird) nur dadurch zum Vorschein kommt, dass die Wärme der Luft, nachdem diese ihre Arbeit im Cylinder verrichtet hat, anstatt wie bei der Dampfmaschine unmittelbar an den weit kälteren Condensator oder an die atmosphärische Luft zu treten und so für die Maschine gänzlich verloren zu gehen, bei der Ericson’schen Luftexpansionsmaschine ein System hintereinander liegender feiner Drahtnetze erwärmt und erst dann, nachdem durch eine grosse Reihe allmäliger Wärmeübergänge auf diese Weise die aus der Maschine heraustretende Luft von einem grofsen Theile ihrer überschüssigen Wärine befreit worden ist, sich mit der Atinosphäre vermischt. Diess System aufeinander folgender Drahtnetze, Regenerator genannt, dient aber ebenfalls dazu, die aufs Neue in die Maschine eintretende atmosphärische Luft, indem sie in entgegengesetzter Richtung als die austretende durch den Regenerator strömt, durch eine grosse Reihe allmäliger Wärmeübergänge auf die Temperatur des Cylinders zu bringen und dieselbe Wärmemenge wieder aufzunehinen, welche von der austretenden Luft an den Regenerator kurz vorher abgegeben worden, so bald die Maschine in einen gleichmässigen Beharrungszustand gekommen, da alsdann die Temperatur des Regenerators in allen seinen Theilen nach jedem Kolbenhube auch wieder dieselbe seyn muss.

Der Uebergang der Wärme von der im Cylinder euthaltenen Luft an die Atmosphäre, so wie von dem Heerde an die in den Cylinder tretende Luft geschieht also in den mit einem Regenerator versehenen Maschinen nicht plötzlich, wie bei der Dampfmaschine, d. h. durch ummittelbare Berührung von Körpern von verschiedener Temperatur, sondern durch eine grosse Anzahl einzelner Wärmeüber

gänge, welche zwar immer noch zwischen Körpern von einer endlichen Temperaturverschiedenheit stattfinden, deren Unterschiede aber bei weitem nicht mehr so gross sind als dort, wo die Wärme wie bei Dampfinaschinen unmittelbar von dem Heerde an den Kessel oder von dem Dampfe an den Condensator oder an die Atmosphäre tritt. Bei Dampfmaschinen ist es nun wegen der Verschiedenheit der Aggregatzustände, welche bier auftreten, nicht möglich einen Apparat wie den Regenerator anzubringen, da man nie mit Dampf von der Temperatur des Feuers arbeiten kann, daher immer durch den Uebergang der Wärme des Feuers an den bei weitem kälteren Kessel ein grosser Verlust von lebendiger Kraft stattfinden muss; es lässt sich nur mittelst des Condensators die freie Wärme des Dampfes, welcher nach verrichteter Arbeit aus dem Cylinder an die Atmosphäre tritt, wiedergewinnen. Bei den Luftexpansionsmaschinen hingegen lässt sich auf die oben angedeutete Weise durch allmälige Erwärmung und Erkaltung der atmosphärischen Luft ein jeder Verlust von lebendiger Kraft, welcher durch unmittelbare Berührung von Körpern von verschiedener Temperatur entsteht, verhüten, und zwar dürfen wir voraussetzen, dass, je allmäliger der Uebergang der Wärme des Feuers an die Luft und ebenso der Wärme der austretenden. Luft an die Atmosphäre bewerkstelligt wird, auch der Wärmeverbrauch desto geringer seyn werde und die ganze Einrichtung der Maschine desto vollkommner in ökonomischer Beziehung.

Die folgende einfache mathematische Betrachtung wird leicht hiervon überzeugen. Sey AB der Durchschnitt ei

nes solchen Regenerators; B das Ende, wo die heisse Luft mit der Temperatur t aus dem

Cylinder nach verrichteter Arbeit einströmt; A das Ende, wo die atmosphärische vorher comprimirte Luft mit der Temperatur der Atmosphäre to einströmt; es bezeichnen die verticalen Li

B

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