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86 28' beginnenden Messungen ergaben folgende Werthe: 148,9; 195,0; 234,4; 295,5; 351,8; 383,5. Nach diesen Messungen (jede dauert 2 bis 3'), welche unmittelbar auf einander folgten, wurde wieder auf die Uhr gesehen; es war ghi 45'. Die folgenden Messungen ergaben die Werthe: 250,7; dann um gb 50': 274,5, als eben vorher das Feuer neu aufflackerte; ferner um gb 55': 283,0; 96: 252,1; 9b 5': 232,6; gb. 10': 173,3; gb 15', aberinals nach neuem Aufflackern: 198,2; 9b 20': 173,3; 106: 120,0. Die Elektricität war stets + E., wie auch bei den folgenden Messungen.

Am 19. Mai dieses Jahres Nachmittags 26 wurde bei der Beobachtung Höhevrauch bemerkt. Die erste Messung ergab den Werth: 58,0; die zweite, unmittelbar folgende: 671,5; die dritte, ebenfalls gleich folgende: 1606,7. Die Messung um 45 ergab den Werth: 654,4. Der Höhenrauch liefs allmälig nach und blieb den ganzen Abend schwach. Um 6b ergaben Messungen die Werthe: 63,1; 81,3; 91,7: um 8b: 150,9; 160,0; und 10h war das Mittel: 128,9.

Das schnelle Steigen um 2b scheint mit dem ersten Anrücken der Rauchmasse verbunden gewesen zu seyn. Der höchste normale Werth um 2b war in diesem Monat: 147,2. Von einem Gewitter, vor dem die Luft-Elektricität gewöhnlich, aber als – E., ebenfalls eine bedeutende Grösse erreicht, war am 19. Nachmittags keine Spur vorhanden, da der Stratus als vorherrschende Wolkenform sich zeigte, Abends der Cirro-Cumulus. Das Barometer befand sich seit zwei Tagen im Steigen und stieg auch noch die beiden folgenden Tage. Der Wind war NW.

Am 5. Juni war Nachmittags 2b die Luft - Elektricität 154,0; es wurde kein Höhenrauch bemerkt, sondern erst später auf einem Spaziergange. Bei der Ankunft zu Hause um 56 20' war sie 177,8, und 6h 35': 249,7. Abends 105, wo der Höhenrauch, der ohnehin nur schwach gewesen, nachgelassen hatte, so dass sein Vorhandenseyn zweifelhaft war: 150,9. Die höchsten Werthe um 26 Nachmittags fallen in diesem Monate auf den 5., 6. und 7., sie scheinen

also eine Wirkung schwachen Höhenrauchs zu seyn. Der la Wind war an diesen Tagen meist NW und N. 1. Aus diesen Erscheinungen wurde die in der Ueberschrift.

ausgesprochene Folgerung abgeleitet.

Kreuznach, Anfang Juli 1853.

XII. Neuere Versuche über die innere Dispersion des

Lichts.

Die wichtige Arbeit des Hrn. Prof. Stokes über innere Dispersion des Lichts ist den Lesern im zweiten Heft des vierten Ergänzungsbandes dieser Annalen vor Kurzem voll. ständig mitgetheilt worden. Seitdem hat dieser ausgezeichnete Physiker eine Vorlesung in der Royal Institution zu London über denselben Gegenstand gehalten, die einige neuere Beobachtungen enthält, deren wir hier noch nachträglich ģedenken wollen“).

Zunächst erwähnt er, dass, nach einer Wahrnehmung des Hrn. Faraday, die Flamme des in Sauerstoffgas brennenden Schwefels eine Quelle von Lichtstrahlen sey, die das Phänomen ausserordentlich gut zeigen. Schriftzüge, geschrieben auf weisses Papier mit Chininlösung, Absud von Rosskastanienrinde oder alkoholischer Tinktur von Stechapfelsamen, werden bei Beleuchtung mit dem Lichte dieser Flamme sogleich sichtbar, besonders wenn es zuvor durch ein blaues Glas gegangen ist, während sie im Gaslicht nicht gesehen werden. Die Schriftzüge bleiben sichtbar, wenn man sie durch ein Glas betrachtet, welches eine dünne Schicht einer sehr schwachen Lösung von chromsauren Kali enthält; schaltet man aber dasselbe Glas zwischen die Schwefelflamme und das Papier ein, so verschwinden 1) Entlebut aus den vom Hrn. Verf. übersandten Proceedings of the Roy. Institut. of Great Britain, 1853, Febr.

sie, – deshalb, weil die Lösung undurchdringlich ist für die Strahlen, welche das Leuchten der Züge veranlassen.

Dann bebt er hervor, welche Vorzüge Prismen und Linsen aus Quarz vor denen aus Glas bei Zerlegung des Sonnenlichts zum Behufe dieser Untersuchungen besitzen, aus dem umgekehrten Grunde, weil sie die unsichtbaren Strahlen frei durchlassen. Schon in der ausführlichen Abhandlung ist gesagt worden, dass er auf diese Weise ein Spectrum erhielt, welches sich über das äusserste Violett wenigstens doppelt so weit hinaus erstreckte als das bis dahin bekannte sogenannte chemische Spectrum.

Allein ein Spectrum, welches dieses noch weit übertraf, erhielt er mit Hülfe der mächtigen Volta'schen Batterie der Royal Institution. Der Lichtbogen, den diese Batterie zwischen Metallspitzen erzeugte, lieferte, bei Anwendung von Prismen und Linsen aus Quarz, ein Spectrum, welches nicht weniger als sechs bis acht Mal so lang als das sichtbare Spectrum war, und sich von einem Ende zum anderen mit bellen Streifen erfüllt zeigte. Als ein Glasstück in die Bahn der einfallenden Strahlen eingeschaltet wurde, verkürzte sich das Spectrum auf einen kleinen Bruch seiner früheren Länge, indem der brechbarere Theil ganz fortgenommen wurde. Die starke Entladung einer Leidner Flasche gab ein Spectrum, welches wenigstens eben so lang war, ihm aber doch nicht gleich kam, indem es nur aus iso. lirten hellen Streifen bestand.

Prof. Stokes bemerkt endlich noch, dass er in Winter, selbst bei hellem Sonnenschein, kein so weit reichendes Spectrum erbalten konnte. Bei vorrückendein Frühling besserte sich das Licht beständig, doch war er nicht im Stande so weit in das Spectruin hinein zu sehen als am Ende des letzten Augusts. Offenbar war die Atmosphäre der Erde nicht durchsichtig für die höchst brechbaren Strablen des Sonnenlichts.

Gedruckt bei A. W. Schade in Berlin, Grünstr. 18.

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