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bülflich seyn, diefs heraus zu finden. Beachten wir alle oben angegebenen krystallographischen Daten, so stellt sich mit grösserer oder geringerer Sicherheit heraus: 1) dass die Spreustein - Krystalle eine monoklinoëdrische

Gestalt besitzen; 2) dass an denselben ein monoklinoëdrisches Prisma co P

von 125° mit einem klinodiagonalen Flächenpaar( P 00)

aufritt; 3) dass dieses Prisma mit einem vorderen Hemi-Prisma P

(136°) und einer hinteren schiefen Endfläche n Pos zugespitzt erscheint. Die bei einigen Krystallen beobachteten Säulenwinkel von 136° und von 112° bis 113', werden durch ein Vorherrschen von P und (CPC) erklärlich ').

Diese morphologischen Verhältnisse erinnern zum Theil unverkennbar an die Amphibol-Form. Der Winkel des monoklinoëdrischen Haupt- Prisma und der Winkel a scheinen den entsprechenden Winkeln bei der Hornblende nahe zu kommen. Andererseits aber ist zu berücksichtigen, dass Zuspitzungsflächen von gleicher Art wie beim Spreustein bisher an keiner Amphibol - Species beobachtet wurden. Ueberdiess ist die Idee einer Pseudomorphose nach Hornblende auch aus anderen Gründen hier gänzlich unbaltbar. Schon der Umstand, dass – wie oben erwähnt – mitten im Spreustein sehr häufig Hornblendepartien mit den schärfsten Contouren, ja nicht selten ringsum ausgebildete Hornblende-Krystalle vorkommen, und dass sich umgekehrt auch Spreustein in der Hornblende findet: ist wohl völlig hinreichend, um die Ungereimtheit einer solchen Hypothese ans Licht zu stellen.

Wir werden daher von allen Seiten dazu gedrängt, die

1) Die Winkel von o P und P dürften jedenfalls nicht kleiner als re

spective 1250 und 136° seyn. Durch Aufkleben von Glimmerblättchen auf einige der am schärfsten ausgebildeten Krystalle und durch darauf folgende Messung miltelst des Reflexions - Goniometers fand ich diese Winkel bei wiederholten Bestimmungen stets zwischen 125° und 126° und zwischen 136° und 137o.

Form der Spreustein-Krystalle für eine diesem Mineral eigenthümliche, die Spreustein-Krystalle selbst aber für eine Paramorphose von Natrolith A nach Natrolith B zu halten. Ganz analog, wie sich der Schwefel B in den monoklinoëdrischen Schwefelkrystallen allmälig in den rhombischen Schwefel A umsetzt, haben sich die monoklinoëdrischen Krystalle des Natrolith B innerlich in ein Aggregat von Krystallpartikeln des rhombischen Natrolith A umgewandelt. Als isomere Modification B, mit äusserer und innerer monoklinoëdrischer Gestalt, hat sich der Natrolith aus der plutonisch geschmolzenen Masse des Zirkonsyenit ausgeschieden, ohne im Stande zu seyn, von dieser molecularen Architectur mehr als die äussere Forın zu bewahren. In Bezug auf dieses Zerfallen ihrer inneren Textur stehen die Spreustein-Krystalle, wie überhaupt die Paramorphosen, gewissermassen als Krystall- Ruinen da; allein ihre Zerstörung ist keine chaotische – das Aufhören der alten Ordnung war bei ihnen nur der Anfang einer neuen.

(Fortsetzung folgt.)

II. Ueber eine neue Oxydationsstufe des Wasserstoffs und ihr Verhältniss zum Ozon;

von Dr. M. Baumert.

Die nachstehende Untersuchung bezieht sich zunächst auf den bei der Elektrolyse des Wassers auftretenden flüchtigen Körper, der mit dem Namen Ozon bezeichnet zu werden pflegt. Da dieser, obwohl ohne jeden positiven Beweis, gewöhnlich als identisch angesehen wird mit dem Stoffe, der sich beim Ueberschlagen elektrischer Funken durch Sauerstoff haltige Gase bildet, so war es nöthig, den letztern gleichzeitig zu berücksichtigen. Dagegen enthalte ich mich in dieser Arbeit noch jedes Urtheils über das durch

andere, als elektrische Processe, erzeugte Ozon, um so mehr, als die ungewöhnlichen Schwierigkeiten, welche Untersuchungen dieser Art darbieten, es vor Allein wünschenswerth machten, nur solche Thatsachen in den Gang derselben hincinzuziehen, die eine sichere und unzweideutige Auslegung gestatteten.

Da das Ozon bei der Elektrolyse des Wassers unabbängig von den Substanzen auftritt, die man, um die Flüssigkeit für den Stroin leitend zu machen, hinzusetzt, so lässt sich schon daraus der Schluss ziehen, dass dasselbe ausser Wasserstoff und Sauerstoff andere Bestandtheile nicht enthalten kann. Die Menge, welche davon gebildet wird, ist zwar verschieden, je nach den im Wasser gelösten Stoffen. Die Bildung desselben fehlt aber nie, mag man Schwefelsäure, Phosphorsäure, Chromsäure, oder andere, namentlich schwer höher oxydirbare, Körper dem Wasser zusetzen.

Dass sowohl Wasserstoff als Sauerstoff in dem durch Elektrolyse erhaltenen Ozon enthalten sind, lässt sich auf das unzweifelhafteste durch folgenden Versuch nachweisen. Man beschlägt die Wände einer engen langen Glasröbre mit einem hauchartigen Anflug von wasserfreier Phosphorsäure, was am leichtesten durch einen trocknen Luftstrom, der das eben gebildete Verbrennungsproduct des Phosphors durch die Röhre treibt, geschehen kann. Lässt man durch diese Röhre vollkommen getrocknetes Ozon treten, so bleibt die Phosphorsäure unverändert. Wird aber die Mitte der Röhre schwach erhitzt und dainit das Ozon zersetzt, so löst das gebildete Wasser die wasserfreie Phosphorsäure jenseits der Flamme nach der Richtung des strömenden Gases bin auf, während die Phosphorsäure diesseits der Flamme keine Veränderung erfährt.

Kann demnach die Abscheidung des Wassers aus diesem Körper keinem Zweifel unterliegen, so lässt sich auf der andern Seite ebenso mit gleicher Gewissheit annehmen, dass diese Elemente des Wassers nicht mit Wasserstoff, sondern mit Sauerstoff zu Ozon verbunden sind. Denn

diese Substanz wirkt in einer solchen Weise oxydirend, dass selbst Chorkalium unter Ausscheidung von Chlor und unter Bildung von Aetzkali dadurch zersetzt wird. Ein Mehrgehalt von Wasserstoff würde dagegen nur reducirende Eigenschaften bedingen können..

In diesem Verhalten ist der Weg angedeutet, auf dem sich die Zusammensetzung des Ozons ermitteln lässt.

Wenn es nämlich ein Mittel giebt, den Sauerstoff zu bestimmen, welcher mit den Elementen des Wassers das Ozon zusammensetzt, so bedarf es nur noch einer Wägung des Ozons oder seiner gesammten Zersetzungsproducte, um die Zusammensetzung desselben festzustellen. Ein solches Mittel bietet sich in einer Methode dar, die im wesentlichen dieselbe ist, deren sich Prof. Bunsen bei seiner Untersuchung des Jodstickstoffs bediente, und über die eine umfassende Arbeit von ihm zu erwarten ist. Der mit den Elementen des Wassers verbundene Sauerstoff scheidet nämlich, in ähnlicher Weise wie freies Chlor oder Broin, ein Aequivalent Jod aus Jodkaliuinlösungen aus. Es handelt sich daber nur um die Bestimmung dieses ausgeschiedenen Jods, welche nach jener Methode auf folgende Weise mit ungewöhnlicher Schärfe ausgeführt werden kann.

Man bereitet sich eine Lösung von Jod in Jodkalium von solcher Stärke, dass das in einem Grade der Bürette enthaltene Jod einen kleinen Bruchtheil eines Milligramms, etwa wie bei den nachfolgenden Untersuchungen 0,0002538 Gramm chemisch reines Jod =a enthält. Ferner bereitet man sich einige Litres höchst verdünnter schwefliger Säure, welche nicht mehr als todo o an schwefliger Säure enthalten. Es wird nun ermittelt, wie viele Bürettengrade t der Jodflüssigkeit nothwendig sind, um ein abgemessenes Volum dieser schwefligen Säure zu zerstören. Die dazu nöthige Jodmenge ist daher at. Werden n Maasse jener schwefligen Säure der durch Ozon erhaltenen Jodflüssigkeit hinzugefügt, welche letztere die zu suchende Jodmenge x enthält, so zerstört dieses x einen Theil der schwelligen Säure. Ermittelt man nun endlich noch die Bürettengrade

t', und also auch die Jodmenge at, welche zur vollständigen Zerstörung der n Maafse schwefliger Säure erforderlich sind, so ergiebt sich die Gleichung: x+=nat; oder x=a(nt-t'). Der Punkt, wo die Zerstörung der Säure eingetreten ist, lässt sich leicht nach dem von Dupasquier angegebenen Verfahren mittelst Stärkelösung bestimmen. Aus diesem X, d. h. der durch den Sauerstoff des Ozons freigemachten Jodmenge, ergiebt sich die aequivalente Menge Sauerstoff w, welche das Ozon ausser den Elementen des Wassers enthielt, aus der leicht verständlichen Gleichung qa(ntt')=w.

Da das Gesammtgewicht des Ozons weniger diesein Sauerstoff w Wasser, also ein Körper von bekannter Zusammensetzung ist, so handelt es sich nur noch darum, eben dieses Gesammtgewicht des Ozons zu bestimmen. Diess geschieht durch die einzige Wägung eines kleinen Kugelapparats, durch welchen das scharf getrocknete Ozon geleitet, und worin einerseits dessen Zersetzungsproducte in der Jodkaliumlösung, andrerseits das verdunstende Wasser in einem damit verbundenen Schwefelsäurerohr zurückgebalten wurden.

Um einen Anhaltspunkt für die Schärfe dieser Methode zu geben, inag Folgendes zum Beleg dienen. Von der um ihr zehnfaches Volum verdünnten Probeflüssigkeit, die in einem Bürettengrade t nur a=0,00002538 Grm. Jod enthielt, wurden in drei auf einander folgenden Versuchen zur Zerstörung desselben Maasses schwefliger Säure erfordert:

Abweichung

vom Mittel. Ister Versuch 122,9 0,003119 +0,000010 2ter Versuch 123,4 0,003137 - 0,000008 3ter Versuch 123,6 0,003132 - 0,000003

Mittel =0,003129. Die grösste Abweichung vom Mittel dieser Versuche beträgt daher nur 0,00001 Jod und entspricht einer Unsicherheit von nur 6 Zehnmillionstel Sauerstoff. Die Feh

at

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