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eingeschalteten Platte einen grösseren Winkel als diese Gränze bilden.

Wenden wir diese Data auf den vorliegenden Fall an. – Mein Apparat bat gewöhnlich vier Haupt-Wärmequellen: eine Oelflamme, eine glühende Platinspirale, eine gekrümmte Platte von geschwärztem Kupfer, die von hinten durch eine Alkoholflamme auf eine dem Glühen nahe Temperatur gebracht wird; und ein, ebenfalls geschwärztes Kupfergefäfs voll siedendheissen Wassers. Repräsentirt man graphisch den strahlenden Körper, die thermoskopische Säule, den Schirm und die Platte in ihren Distanz- und Dimensions-Verhältnissen, so überzeugt man sich leicht, dass die ersten drei Quellen, so aufgestellt im Apparat, dass sie am Galvanometer einen anfänglichen Ausschlag von 30 bis 35° geben, der für das Divergenz - Maximum der einfallenden Strahlen gestellten Bedingung Genüge leisten; auch geben sie alle eine sehr geringe und stets gleiche Verringerung, wenn die eingeschaltete Platte von Steinsalz ist, was die gleiche Durchgänglichkeit ibrer Strahlen durch diesen Körper erweist. Bemerke man hier wohl die Wahrheit dessen, was vorhin in Betreff der galvanometrischen Anzeigen gesagt ist. Die experimentelle Methode, welche zum Beweise des von den HH. De la Provostaye und Desains angegriffenen Satzes nothwendig ist, erfordert nicht die Kenntniss der numerischen Verhältnisse zwischen den Ablenkungen des Galvanometers und den sie erzeugenden Kräften, sondern es reicht bin, den ersten Ausschlag der Nadel zu beobachten, welcher erfolgt, wenn man die directe oder durchgelassene Wärmewirkung in die Röhre der Säule eintreten lässt, und man hat dann nur die Strahlung sogleich zu unterbrechen, sowie die Nadel nach Erreichung ihrer grössten Ausweichung zurückzugehen anfängt. Diese Beobachtungsweise ist leicht, genau, geschwind, und erlaubt deshalb in sehr kurzer Zeit die zur Erlangung einer Gleichheit der einfallenden Strahlungen nothwendigen Anordnungen zu machen und in einigen Mi

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nuten die Vorkehrungen zu treffen, welche, um die kleinen, bei isolirten Beobachtungen leicht vorkommenden Unregelmässigkeiten zu entfernen, nöthig sind.

Hat man nun mittelst des Würfels voll siedenden Wassers einen Ausschlag von 30° hervorgebracht, so wird die durch die Einschaltung der Steinsalzplatten bewirkte Verringerung (unter den von uns freiwillig gewählten Umständen ) etwas stärker seyn als die, welche bei den drei vorhergehenden Wärmestrahlungen stattfindet; allein diese Verschiedenheit entspringt aus einer Veränderung der Reflexion, und nicht der Transmission. Davon kann man sich durch die graphische Construction überzeugen, doch ist es besser die folgende experimentelle Demonstration auzuwenden, da sie meines Erachtens ganz entscheidend ist.

Das Princip, welches beim Thermomultiplicator zur Messung von Wärmestrahlungen dient, bietet Hülfsquellen dar, die von den Physikern vielleicht noch nicht allgemein nach ihrem ganzen Werthe erkannt worden sind. Bekanntlich entspringen die Anzeigen dieses Instruments aus einem thermo - elektrischen Strom, welcher die Säule und das mit ibin zur Schliessung verbundene Galvanometer durchläuft. Die Metalldrähte, welche die beiden Theile des Apparats vereinigen, können an den Enden leicht verbunden werden mit einer äussern Metallschliessung, die einen mehr oder weniger grossen Theil des Stroms abzweigt, und somit, nach Belieben, die Empfindlichkeit des Instruments verringert. Ich sage nach Belieben, weil, wenn man sich eines Rheostats bedient, um welchen ein Draht von gleichen Dimensionen wie der des Galvanometers gewickelt ist, Empfindlichkeiten = }, }, \ u. s. w. erhalten werden können, falls man den Draht des Rheostats in seiner ganzen Länge, oder zur Hälfte, zum Drittel, Viertel u. s. w. desselben anwendet. Allein diess Verfahren erforderte langes Herumtappen ehe man dahin gelänge, genau die Drahtmenge aboder aufzuwickeln, welche zu der beabsichtigten Schwächung der Empfindlichkeit nöthig ist. Glücklicherweise erleiden die thermo - elektrischen Ströme, vermöge der grossen Schwäche ihrer Spannung, einen so starken Verlust, wenn sie durch einen sehr dünnen Platindraht abgezweigt werden, dass zwei oder drei Zoll desselben, als äussere Leitung angewandt, genügend sind, dem Instrument jeden möglichen Grad von Schwächung mitzutheilen. Man kann sonach leicht die gewünschte Phase durch eine sehr kleine Veränderung in der Länge des Drahts erreichen, was nicht ermangeln wird, Hrn. Ruhmkorff Gelegenheit zu geben, seine schönen thermo - elektrischen Apparate durch Hinzufügung eines beweglichen Anhängsels zu vervollkommnen, der für mehre Arten von Untersuchungen sehr nützlich wird, namentlich zum Erweise des capitalen Factums, welche die vorausgeschickten Notizen mir erlauben, bier in einigen Worten auseinander zu setzen.

Denken wir uns das Gefäss mit siedendem Wasser dicht an das Loch eines Metallschirms gestellt. In kleinem Abstand von diesem Schirm und zwar auf derselben Axe stehe ein anderer, und hinter diesem, auf einem Gestell, die Steinsalzplatte; dann endlich die thermo-elektrische Säule. Nimmt man die Oeffnung des thermoskopischen Körpers mehr oder weniger weit und nähert denselben zweckmässig, so kann man es immer dahin bringen, dass die Strahlen, welche von dem kreisrunden Theil des Gefässes von 100° frei auf diesen Körper strahlen, 30° am Galvanometer geben. Wann dieses Resultat erhalten ist, schalte man die Steinsalzplatte ein, und beobachte die Verringerung, welche vermöge der Reflexion stattfindet. Hierauf ersetze man das Gefäss mit siedendem Wasser durch die Kupferplatte, die von hinten durch eine grosse Alkoholflamme bis nahe zum Glühen erbitzt worden ist, mit der Vorsicht, dass die kreisrunden Flächen, welche auf den thermoskopischen Körper strahlen, in beiden Fällen gleich und gleich entfernt seyen. Man verbinde nun den Ableitungsapparat mit dem Galvanometer und verringere damit dessen Empfindlichkeit so weit, dass man, ungeachtet der höheren Intensität der neuen Wärmequelle, wiederum den normalen Ausschlag von 30° erhalte. Die Einschaltung der Steinsalzplatte wird nun genau dieselbe Verringerung hervorbringen wie zuvor.

Es durchdringt mithin die Strahlung des bis zum Siedpunkt des Wassers erhitzten Kupfers das Steinsalz in demselben Verbältniss, wie die Strahlung des beinahe zu Rothgluth gebrachten Kupfers; und dieses strahlt durch dieselbe Substanz so viel wie die Flamme und das glühende Platin.

Es giebt also wirklich ein starres Medium, welches alle Arten strablender Wärme mit gleicher Leichtigkeit durchlässt; eine Eigenschaft von höchster Wichtigkeit, denn sie bildet die wahrhafte und sichere Grundlage für die Theorie von der Identität des Princips, welches die leuchtenden und die dunklen Wärmestrablungen erzeugt.

VI. Ueber die Stellung von Legirungen und Amalgamen in der thermoelektrischen Spannungsreihe; von W. Rollmann in Stargard.

(Schluss von Band 84, S. 284.)

9. Die Antimon-Zink-Legirungen.

Es giebt die Reihe dieser Legirungen das zweite Beispiel von Metallcompositionen, welche positiver als Antimon sind. Das erste lieferten die Wismuth - Zinn-Legirungen '). Die Endglieder der Reihe, 1 Zink, co Antimon und I A. Zk. schliessen sich dem Antimon und Zink jedes auf der positiven Seite an. Die untersuchten Legirungen haben folgende Stellung zu einander und zu den fraglichen Metallen:

1) Pogg. Ann. Bd. 83, S. 80.

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Die Erwärmung an der Berührungsstelle war nur gering:

Seebeck führt drei Antimon-Zink - Legirungen an und zwar in folgender Stellung:

3 Ant. 1 Zk.
1 Ant. 1 Zk.

Antimon
1 Ant. 3 Zk.

Eisen. Die Stellung derselben stimmt nicht ganz mit der in der Tabelle angebenen überein.

10. Die Wismuth - Zink -Legirungen. Dieselben stehen sämmtlich zwischen den beiden fraglichen Metallen, so dass sie sich jedem derselben um so näher stellen, jemehr sie davon enthalten. Die Stellung der einzelnen Legirungen zu den Metallen, welche in der Spannungsreihe ihren Platz zwischen Wismuth und Zink haben, zeigt folgende Tabelle:

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Silber

8 Zk. 1 W. 4 Zk. 1 W.

Kupfer

2 Zk. 1 W.

Blei

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