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WISSENSCHAFTLICHE

ABHANDLUNGEN

VON

HERMANN HELMHOLTZ

ORD. PROFESSOR A. D. UNIVERSITÄT, MITGLIED D. AKADEMIE D. wIssENSCHAFTEN
ZU BERLIN,

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Vorrede zum ersten Bande.

Der Aufforderung des Herrn Verlegers, meine in verschiedenTM Zeitschriften zerstreuten kleineren wissenschaftlichen Aufsätze zu sammeln und wieder abdrucken zu lassen, habe ich nachgeben zu müssen geglaubt, da mir schon oft Beschwerden meiner Freunde und Schüler darüber zu Ohren gekommen waren, dass sie es schwer gefunden hätten, manche meiner älteren Abhandlungen sich zu verschaffen. Ich verhehle mir nicht, dass manche dieser älteren Aufsätze, die zum Theil vierzig Jahre zurückliegen, den gegenwärtigen Anforderungen wissenschaftlicher Methodik nicht mehr ganz entsprechen, und ich muss für sie die Nachsicht des Lesers in Anspruch nehmen. Geändert sind ohne Bemerkung im Texte nur Druckfehler und Mängel der Stilisirung; wo solche in den mathematischen Formeln oder in den Zahlen vorkamen, sind sie in Anmerkungen, die durch die Jahreszahl (1881) als neu charakterisirt sind, bezeichnet. Ebenso sind alle, den Sinn des Textes verändernden Bemerkungen und Zusätze in Anmerkungen oder Anhänge zu den Aufsätzen verwiesen und mit derselben Jahreszahl versehen.

Da der Herr Verleger wünschte, die für die Baumersparniss sehr förderliche Bezeichnung der Brüche a/b, wie sie unter andern auch in Wiedemann's Annalen der Physik schon eingeführt ist, und in vielen neueren englischen Büchern gebraucht wird, z. B. von Herrn G. G. Stokes in dem Wiederabdruck seiner „Mathematical and Physical Papers": so habe ich dabei folgende Regeln beachtet:

1) Factoren, die hinter dem Zeichen / folgen, sind als Factoren des Nenners zu betrachten, wenn nicht der ganze Bruch

MICROFILM AVAILABALE
DO NOT FILM
R AND R 1990

in eine Parenthese eingeschlossen ist. Also a/bc ist a/(bo), dagegen (a/'b)c ist gleich (ac)/b.

2) Das Summenzeichen dagegen fügt den neuen Summanden zum Werthe des Bruchs nicht zum Nenner des Bruchs, wenn nicht der dem Nenner entsprechende Ausdruck eingeklammert ist. Also a/b + c ist gleich c + (a/b); dagegen in a/(b + c) ist (b + c) der Nenner und in (c + a)/b ist (c + a) der Zähleides Bruchs.

Herr Stokes bemerkt mit Recht, dass in Exponentialfunctionen mit gebrochenem Exponenten das Zeichen sein- zweckmässig anzuwenden sei; das ist in dem vorliegenden Bande noch wenig geschehen.

Dieser erste Band enthält die Abhandlungen aus dem Gebiete der Dynamik, Hydrodynamik, Lehre vom Schall, von der Elektricität und dem Magnetismus. Die optischen und physiologischen sollen einen zweiten Band bilden. Ausgeschlossen bleiben die beiden grösseren Werke, das Handbuch der Physiologischen Optik und die Lehre von den Tonempfindungen, sowie die Populären wissenschaftlichen Vorträge und die Akademischen Reden.

Einige Berichte aus den von der Berliner Physikalischen Gesellschaft herausgegebenen Fortschritten der Physik und einige von mir verfasste Berichte über Arbeiten meiner Schüler im hiesigen Laboratorium sind aufgenommen, insofern sie eigene Meinungsäusserungen oder Auseinandersetzungen über wissenschaftliche Fragen enthalten. Auch habe ich vorläufige Berichte später erschienener längerer Abhandlungen wieder abdrucken lassen, weil sie dem Leser die Orientirung über den Inhalt der letztem erleichtern können.

Um die auf die Originalaufsätze bezüglichen Citate in diesem Abdruck auffinden zu können, sind am Rande der Seiten desselben die Seitenzahlen der Originalarbeit angegeben. Wo mehrere Abdrücke vorliegen, sind dazu die Seitenzahlen des ersten in der Uoberschrift citirten benutzt.

Berlin, Weihnachten 1881.

H. Helmholtz.

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