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Nach
den besten Originalquellen

bearbeitet
und durch zahlreiche Beispiele aus åltern und neuern Musterwerken

er l ä u tert

von

Dr. H. M. Melford,
Loctor und Lehrer der neuern Sprachen an der Universität Göttingen.

Mit einem Vorworte

von

Dr, K. F. Ch. Wagner,
Gebeimen Hofrat be und Profeffor su Marburg.

Of old, those met rewards, who could excell,
And such were prais'd, who but endeavour'd well:
Tho' triumphs were to gen’rals only due,
Crowns were resery'd to grace the soldiers too.

(Pope's Essay on Criticism.)

Braunschweig,
Verlag von Fr. Vieweg und Sohn.

184 1.

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Ein bedeutender Theil der Sprachkunde ist allgemein anerkannt die Synonymik, oder die Lehre von den finnverwandten Wörtern, die Bestimmung des unter ihnen Statt findenden Unterschiedes. Diesen Unterschied immer genau zu ermitteln und festzulegen, er: fordert oft einen hohen Grad von Scharfsinn, weil die Neben: begriffe, welche bei jedem der finnverwandten Wörter dem durch fie bezeichneten Hauptbegriffe zugesellt werden, nicht selten von der feinsten Art sind; denn nicht vódig gleichbedeutende Wörter, welche immer wechselseitig vertauscht werden können, machen den Gegenstand aus, womit die Synonymit fich beschäftiget, sondern nur die, von denen, zuweilen wenigstens, das Eine an die Stelle des Andern gesellt werden kann. Die Sinnverwandtschaft dieser Wörter erstreckt sich nämlich nicht auf den ganzen Umfang ihrer Bedeutung, sondern beschränkt sich auf den durch sie bezeichneten Hauptbegriff, da denn jedes Wort fich von dem andern durch einen hinzukommenden Nebenbegriff unterscheidet, der ihm beson: ders eigen ist. Sener allgemeine Begriff macht die Wörter sinn: verwandt, und dieser Nebenbegriff begründet den unter ihnen Stattfindenden Unterschied. Diesen Unterschied nun zu ermit: teln und genau zu bestimmen, ist das Geschäft der Synonymik; und da bei schriftlicher Mittheilung der Gedanken sowohl, als bei mündlichem Vortrage es von so großer Wichtigkeit für einen Ge: bildeten ist, stets für den auszudruckenden Begriff den passend: ften, und nicht einen falschen Nebenbegriff einschließenden Uusdruck zu wählen, so ergibt sich von selbst, daß die Bekanntschaft mit der Synonymit ihm unerlaßlich ist. Roch ist bei derselben der Uebergang der eigentlichen Bedeutung in eine uneigentliche zu bemerken: die eigentliche ursprüngliche Bedeutung eines Wor: tes ist fast immer finnlich, und nur nach und nach ging fie auf

das Unsinnliche über. Hier nun haben die Wörter eine sehr ab: weichende und verschiedene Bedeutung, deren Gründe ohne eine oft schwere Zergliederung der ihnen ursprünglich eigenen nicht angegeben werden können, wozu nicht selten ein bedeutender Grad des Scharfsinns erforderlich ist.

Dieses ist der Grund, warum fast in allen Sprachen aus: führliche Werke über die sinnverwandten Wórter von ausgezeich: neten Männern ausgearbeitet und ans Licht gestellt worden sind; und jeder Freund der jekt so verbreiteten englischen Literatur und Sprache wird sich gewiß freuen, von einem Gelehrten, der sich als achter Renner der englischen Sprache bewährt, und von der Umsicht, womit er das Sprachstudium betreibt, schon so oft Be: weise gegeben hat, ein Werk über die Synonymit der englischen Sprache zu erhalten, das sich durch Vollständigkeit, so wie durch seine ganze Einrichtung so vortheilhaft auszeichnet. zwar kann der Unterschriebene es nur mit dem zu Leipzig im Jahr 1804 erschienenen Abdruck eines englischen Werkes, the English Synonymes betitelt, vergleichen, da die Schriften von Blair und Grabb nicht in seinen Händen sind; allein auch ohne Verglei: chung spricht die ganze Einrichtung des vorliegenden Werkes zu Gunsten desselben, da nicht bloß die den einzelnen Wörtern zum Grunde liegenden Begriffe mit sorgfältiger Umsicht entwickelt, sondern auch mit großer Belesenheit aus den vorzüglichsten eng: lischen Schriftstellern bei jeder Rubrik zahlreiche Stellen beigebracht werden, um die Richtigkeit der von den einzelnen Wörtern gegebenen Erklärungen und die Bestimmung des unter ihnen Statt findenden Unterschiedes volig darzuthun und zu beståtigen. Moge dem thåtigen Verfasser der Beifall und der Dank des Publicums für seine große aufgewandte Mühe seinen Verdiensten gemäß zu Sheil werden.

Marburg.

Wagner.

Vorrede des Verfafiers.

Es war im 17ten und 18ten Jahrhundert, daß die Gelehrten Italiens, Frankreichs, Englands, Spaniens und Deutschlands das Bedürfniß fühlten, ihren Låndern das nüblichste Buch, ein Wörterbuch ihres Sprachschages, zu geben. In Italien erschien das Dizionario della Crusca , 1ste Aufl. 1612, 2te 1623, 3te 1691, 4te 1729 – 38; 12te Aufl. von Zanotti, Verona 1836; in Frankreich, Dictionnaire de Richelet, 1680, das der Akademie 1686, 6te Ausg. Paris 1835; in England, Bailey, 1721; das mühevolle, unvergleichliche Riesenwerk, wie es W. Scott fo passend nennt 1), Johnson's Dictionary, 1755, 6te Aufl., London 1785; Ausgabe von Todd, 5 Bde. London 1818, 2te Aufl., 1827; von Chalmers 1826, in 1 Bde., u. . a.; in Spanien, Diccionario de la Academia, zuerst in sechs Foliobånden 1726 - 39, 2te Ausgabe in einem Bande, Madrid 1783, Ste Aufl., Madrid 1837, und von Salvá, Paris 1838; so wie endlich in Deutschland Adelung's Wörterbuch im Jahr 1774 - 86, dem das von Campe im Jahre 1807 - 13 folgte. Sodann richteten die Sprachgelehrten ihr Studium auf die Synonymik, um den Sprachforschungen und dem oft nur Umrißlichen darin die möglichste Vollståndigkeit und eine größere Ausführung zu geben. In Frankreich erschien der erste geistreiche Versuch über Sinnverwandtschaftslehre von Girard *), dem spåter Voltaire, d'Alembert, Duclos, Dumarsais, Dis berot, Beauzée, Roubaud, lava ur, großere Vollkommen: heit gaben; in England schrieben darüber Irusler 3), Piozzi 4)

1) W. Scott, Lives of the Novelists, Vol. III.
2) Synonymes français par l'Abbé Girard. Paris 1718. 3me Ed. 1740.
3) Trusler, Differences between words reputed synonymous, 2 vol.
4) Piozzi, British Synonymy, 2 vol. Lond. 1794.

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