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suchsreihe in der Weise ausgeführt, dass dem electrischen Strom eine Reihe verschiedener Werthe gegeben wird. Bei kräftigem Luftstrom kann man die Stromintensität bis zu Werthen steigern, bei welchen bei ruhender Luft der Draht längst durchgeschmolzen wäre. Auch jetzt wird die ganze in dem Draht erzeugte Wärme fortgeführt. Ein Bruchtheil derselben geht durch Bestrahlung an die Umgebung. Der Rest wird durch die vorbeifliessende Luft mitgenommen. Bezeichnet man die in der Zeiteinheit von dem Draht ohne besondere Luftströme abgegebene Wärmemenge mit Q, so besteht dieselbe bei einer gewissen Temperatur des Drahtes aus der ausgestrahlten Menge S und der durch Leitung und Convectionsströme fortgeführten Menge L. Es ist also

Wird bei Wirkung eines Luftstromes bei gleicher Temperatur des Drahtes die Wärmemenge (02 abgegeben, so be

steht sie aus derselben ausgestrahlten Menge S und der durch den Luftstrom mitgenommenen Menge X. Also:

(02 = S + A. Die Beobachtung gibt die Mengen Q1 und Q2. Die gesuchte

Menge X kann daher nicht direct gemessen werden. Sie liegt aber zwischen den Grenzen

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(P2 > \ > (92 - (21 ist. Beide Werthe werden später angegeben. Einige weitere Schlüsse habe ich aus dem unteren Grenzwerth gezogen. Ist die Intensität des durch den Draht fliessenden Stromes gemessen und der Widerstand desselben bekannt, so ist die erzeugte Wärmemenge

da

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5. Ich gehe hiernach zur Besprechung zweier Versuchsreihen über.

a) Der benutzte Platindraht hatte eine Länge von 7,5 cm und 0,05 mm Durchmesser. Derselbe war vertical zwischen zwei Streifen Kupferblech ausgespannt, durch welche der Strom zugeführt wird. Sein Widerstand, bei schwachem Strom gemessen, betrug 2,9 Ohm. Bei Benutzung stärkerer Ströme wächst derselbe infolge der Temperaturzunahme. Die Widerstandsverhältnisse wurden in der früher besprochenen Weise gemessen und sind in der folgenden Tabelle neben den in Ampère gemessenen Strömen in den Spalten e/wo angegeben. Daneben stehen die Temperaturen t, welche der Draht infolge der Erwärmung angenommen hat.

Die beiden mit A überschriebenen Columnen beziehen sich auf den Fall, dass der Draht von ruhender Luft umgeben ist. Die Werthe unter B ergaben sich, als ein gleichmässiger, horizontaler Luftstrom von 3,6 m Geschwindigkeit gegen den Draht gerichtet wurde. Bei den Versuchen C war derselbe Luftstrom in Gang gesetzt. Doch befand sich der Draht innerhalb einer cylindrischen Schutzhülle aus einem feinmaschigen Drahtnetz. Die Luftströmung wird dadurch nicht unerheblich geschwächt, übt aber immer noch eine beträchtliche Wirkung aus. Endlich sind unter – t, und –t die Temperaturdifferenzen angegeben, welche einen directen Einblick in die abkühlende Wirkung gewähren.

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Draht erhalten wird, und der Stärke der Ströme. Die Dämpfung des Luftstromes durch das Drahtnetz hat einen erheblichen Einfluss auf die abkühlende Wirkung. Die Berechnung der abgegebenen Wärmemengen erfolgt zunächst für jede einzelne Beobachtung nach der zuvor angegebenen Formel. Man erhält dabei die Tabelle 2, in welcher die für jede einzelne Beobachtung berechneten Temperaturen (t) und Wärmemengen (9 (in Grammcalorien) stehen.

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Da indess nur diejenigen Wärmemengen direct miteinander vergleichbar sind, welche dem Draht bei einer bestimmten, höheren Temperatur unter verschiedenen Umständen entzogen werden, so wurden für jede der drei Reihen Curven construirt, bei welchen die Temperaturen als Abscissen, die Wärmemengen als Ordinaten gezeichnet worden waren. Aus diesen Curven konnten dann die in der folgenden Tabelle 3 zusammengestellten, den drei Versuchsreihen A, B, C entsprechenden Wärmemengen entnommen werden. Die Zahlen der Columne A entsprechen also den früher mit Q, diejenigen unter B und C den mit (0, bezeichneten Wärmemengen. Die entsprechenden Differenzen sind in den Columnen B A und C– A enthalten. Die wahren, durch Strömung mitgenommenen Mengen liegen also zwischen B und B A. Da letztere an sich schon einen gewissen Werth haben, indem sie zeigen wie viel mehr Wärme ein Draht von bestimmter Temperatur an bewegte als an ruhende Luft abgiebt, so habe ich an diese Zahlen noch weitere Betrachtungen angeknüpft. Hierzu war es erforderlich, die betreffenden Wärmemengen noch durch die Temperaturdifferenzen des Drahtes gegen die Umgebung (t" –20°) zu dividiren. Die (zur Vermeidung von Decimalstellen noch mit 1000 multiplicirten) Quotienten sind in den beiden letzten Columnen der Tabelle enthalten.

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Die Wärmemengen B sind mehr als dreimal so gross als die Mengen A, die Quantitäten C ungefähr doppelt so gross. Das Verhältniss von B– A zu C– A ist nahezu constant. b) Ein Platindraht von 13 cm Länge und 0,1 mm Durchmesser wurde in gleicher Weise untersucht. Sein Widerstand bei Anwendung schwacher Ströme betrug 2,67 Ohm. In den folgenden Tabellen bedeutet „1 wiederum, dass die Untersuchung bei ruhender Luft angestellt wurde. Bei B wirkte ein Luftstrom von 1,46 m Geschwindigkeit, bei C ein solcher VON 4,34 m. Die folgenden Tabellen 4 und 5 sind nach den Versuchsergebnissen ebenso hergestellt wie die Tabellen 1 und 2 bei der ersten Versuchsreihe. Tabelle 4.

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In gleicher Weise, wie bei der ersten Versuchsreihe, wurde die vorstehende Tabelle zur Herstellung von Curven benutzt, bei denen die abgegebenen Wärmemengen als Functionen der Temperaturen des Drahtes dargestellt waren. Aus diesen ergiebt sich schliesslich Tabelle 6.

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Die Resultate sind denjenigen der ersten Versuchsreihe ähnlich. Doch sind die Wärmemengen entsprechend den stärkeren Strömen grösser.

Bemerkenswerth ist, dass die Quotienten der Wärmemengen durch die Temperaturen bei der einen Reihe nahezu constant sind und bei der zweiten Reihe anfänglich ebenfalls gleiche Werthe haben und erst bei höheren Temperaturen ansteigen.

6. An einer früheren Stelle habe ich bemerkt, dass es mir zweifelhaft erschien, ob hier die Theorie der Wärmeleitung auch mit Berücksichtigung der Strömungen in dem Medium anwendbar ist. Trotzdem soll jedenfalls der Versuch gemacht werden, die beobachteten Erscheinungen mit Hülfe dieser Theorie zu erklären.

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