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Die Versuche wurden mit künstlichen Lichtquellen, deren Vorzüge auf der Hand liegen, und zwar zunächst mit electrischen Glühlampen gebräuchlicher Form (12 Volt 1 Amp.) begonnen. Da auch bei stundenlanger Exposition nur die Mitte des Beugungsspectrums herauskam, wurden Glühlampen mit kurzem (8 mm) und dickem Faden benutzt, die normal mit 2 Volt und 3 Amp. brennen sollten, aber mit 7–8 Amp. benutzt wurden und ein ausserordentlich intensives Licht gaben. Das auf den Platten bei 2 – 2stündiger ) Exposition erhaltene Detail war aber gleichwohl noch nicht in der erwünschteu Menge vorhanden. Nach nutzlosen Versuchen mit einer Bogenlampe, die infolge ihrer mangelhaften Construction sehr viel regulirt werden musste, wandte ich mich schliesslich zum Sonnenlicht, und dieses zeigte für den vorliegenden Fall eine so ausserordentliche Ueberlegenheit gegenüber den künstlichen Lichtquellen, dass bei klarem Himmel die Expositionsdauer auf 5–10 Min. herabgesetzt werden konnte.

Um einen Anhaltspunkt für die erzielte Helligkeit zu geben, sei bemerkt, dass mit kreisrunden Oeffnungen von ungefähr 8–10 mm Durchmesser bei günstiger Beleuchtung 8 bis 10, in einzelnen Fällen bis 12 Ringe gesehen wurden und dass nach der Theorie der 10. Ring im Maximum 0,64 . 10T * der Intensität der Mitte besitzt. Bei der ausserordentlich grossen Helligkeit der Mitte macht sich der geringe Bruchtheil des von der Hinterfläche der Platte reflectirten Lichtes noch störend bemerkbar; zur Beseitigung dieses Uebelstandes wurden die Hinterflächen der Platten mit einer gut verriebenen, bereits in dünnen Schichten undurchsichtigen Mischung von Oel (n = 1,65) und „Elfenbeinschwarz“ bestrichen.

Bei den Versuchen handelt es sich zunächst um die Bestimmung der Compensatorstellungen, bei welchen die Gangdifferenzen bestimmte Bruchtheile der Wellenlängen der angewandten Lichtart waren und zwar wurden nur die Gangdifferenzen o, /4, 2, 3 / 4 benutzt. Eine der im Folgenden auch benutzten kreisformigen Oeffnungen wurde derart

1) Nach ungefähr zwei Stunden waren die so abnorm beanspruchten

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unmittelbar vor die Halbplatten des Compensators gesetzt, dass ihr Mittelpunkt durch die schmale Trennungslinie dieser ging. Gangdifferenzen von ganzen Wellenlängen wurden dann dadurch erkannt, dass das entstehende Ringsystem fast vollständig – nämlich bis auf die von der schmalen Trennungslinie herrührenden Erscheinungen – regelmässig kreisrund war und insbesondere der zu der Trennungslinie senkrecht stehende Lichtstreif – bis auf den von der Trennungslinie

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selber herrührenden Antheil – vollständig verschwunden war. Dieses Verschwinden war auch das beste Kennzeichen, um die senkrechte Stellung der Compensatorplatten gegenüber dem einfallenden Licht zu constatiren. Ebenso leicht konnte eine Gangdifferenz von einer ungeraden Anzahl halber Wellenlängen erkannt werden; in diesem Falle ist nämlich das entstehende Beugungsbild zu zwei aufeinander senkrechten Axen symmetrisch und insbesondere der senkrecht zur Trennungslinie vorhandene Büschel gleich lang (vgl. Fig. C). Die Stellung des Compensators für eine ungerade Anzahl von Viertel Wellenlängen wurde einfach aus den vorigen Stellungen interpolirt.

Die gegebenen Figuren sind photographische Drucke von Positiven, die mit 2- bis 32facher Vergrösserung aus dem ursprünglichen Negativen erhalten wurden.

Bei der speciell photographischen Arbeit hatte ich mich der liebenswürdigen Unterstützung des Hrn. Schüttauf zu erfreuen, dem ich auch an dieser Stelle meinen Dank dafür aussprechen möchte.

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Wir wenden uns nun zur Erläuterung der Figuren. Die beiden ersten Serien A und B beziehen sich auf eine gleichzeitig dreieckige Oeffnung. 1 gibt das Beugungsbild der Oeffnung selbst; es besteht aus drei zum Mittelpunkte symmetrischen Strahlen, von denen jeder einer Dreiecksseite und zwar derjenigen Seite entspricht, auf der er senkrecht steht.

Es lässt sich experimentell leicht nachweisen, dass dieses Entsprechen einer geraden Linie in der beugenden Oeffnung und

eines Lichtschweifes senkrecht zu der ersteren ganz allgemein der Fall ist. Die Oeffnung mag beschaffen sein, wie sie will; sobald irgend welche geradlinige Begrenzungselemente vorhanden sind, existirt die gleiche Anzahl von Lichtschweifen senkrecht zu diesen. Diesen Satz, sowie den analytischen Beweis

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für denselben hat Hr. Abbe in seinen leider noch unveröffentlichten Studien über Diffraction gegeben. Mit Hülfe des Satzes erkennt man z. B., dass in der citirten Abhandlung der Hrn. Scheiner und Hirayama eine Reihe von Beugungsfiguren nicht, wie angegeben, in ihrer wahren Lage zur Blendenöffnung dargestellt sind; es sind dies die Fig. 9, 10, 11 und 33, und zwar muss Fig. 9 um ungefähr 30", Fig, 10 und 11

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um 180° und Fig. 33 um ungefähr 40" gedreht werden. In A2 bis A ist das Dreieck zum Rhombus ergänzt und der Reihe nach die Phasendifferenz 0, 4, 2, 3 4 vorhanden. Zusammengehörige Intensitätscomponenten sind also 4, 1 und A2, 4, von denen die letzteren bis auf die Lage gleich sind. Wie leicht einzusehen, müssen auf den um 30% gegen die horizontale Linie geneigten Lichtschweifen ) die Maxima

von A, mit den Minimis von 1 und umgekehrt zusammenfallen. In A, muss infolge der verticalen Symmetrielinie der Oeffnung und der Phasendifferenz 2 zwischen den beiden das Rhombus bildenden Dreiecken eine horizontale durch den Mittelpunkt gehende Nulllinie der Intensität vorhanden sein.

1) Die bis auf eine Drehung um 180° vorhandene Gleichheit der Beugungsbilder für die Phasendifferenzen , 4 und 3 .4 ist natürlich ganz allgemein vorhanden.

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